Remscheid: Für Blütenpracht fehlt Geld
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 04.04.2010 - 11:44Remscheid (RPO). Für die Pflege von Parks und öffentlichem Grün hat Remscheid nur einen gekürzten Etat. Außerdem wurden Stellen gestrichen. Für ein schöneres Stadtbild können sich Paten, Ehrenamtliche und Firmen einsetzen.
Auf städtischen Grünflächen blühen die Osterglocken. Hübsche gelbe Blumen, die büschelweise aus dem Boden sprießen, sind aber fast die einzige Blütenpracht, die sich die Kommune noch leisten kann. "In Kübel und auf Beeten können wir nichts mehr pflanzen", sagt Karl Bernhard Wiedenhoff. Der Leiter des Fachdienstes Landschaft und Grünpflege bei der Stadt gibt unumwunden zu: "Der Zustand der Grünanlagen ist schlecht."
Das habe aber nichts mit mangelndem Arbeitseinsatz der Pflegekolonne zu tun. Sondern mit Etatkürzungen und Stellenstreichungen, 13 in den vergangenen 20 Jahren. 25 Fachkräfte sind geblieben. Davon sind acht für Spielplätze und vier für Außengelände an Kitas und Schulen zuständig. Alle kümmern sich um die Verkehrssicherheit, räumen Müll weg, pflegen 150 Hektar Fläche soweit es die verbliebene Zeit zulässt. Von gehobenen Pflegestandards musste man sich längst verabschieden.
Arbeitsumfang
Etat 864 000 Euro Sachmittel, davon z.B. für den Brückenpark: 160 000 Euro, technische Unterhaltung: 80 000, Pflegearbeiten: 170 000, Instandhaltung Spielplätze: 100 000.
Zuständig für 13 km Hecken, 537 000 qm Rasen, 82 km Zäune, 12 000 Bäume, 1500 Spielgeräte, 200 Bänke, Außengelände von 26 Kitas und 28 OGGS.
Klage nachvollziehbar
Das Klagelied über das triste Erscheinungsbild, das Bürger und Politiker gerne anstimmen, können Wiedenhoff und Reinhard Bauer, Abteilungsleiter Grünflächenpflege, nachvollziehen. Ein Patentrezept, wie es wieder gepflegter und blühender in der Stadt aussehen könnte, haben sie nicht. Aber zumindest wollen sie mit Gartenbaubetrieben und Landschaftsgärtnern über Patenschaften sprechen: Wenn sie städtisches Grün in Vorzeige-Beete verwandeln und pflegen, dürften sie im Gegenzug für ihren Betrieb werben. Einzelheiten sind noch zu klären.
Über weiteren ehrenamtlichen Einsatz von Bürgern wie den der Lenneper Rosendamen würde sich der Fachdienst freuen. "Die Helfer sollten aber wissen, was sie leisten können", betont Wiedenhoff. Oft sei das Engagement nicht von Dauer. "Und ersetzen können sie unsere Leute nicht. Die Verantwortung bleibt bei uns." Allein aus rechtlichen Gründen müsse das "Amt" für die Verkehrssicherheit geradestehen, nicht zuletzt auf den 145 Spiel- und 28 Bolzplätzen. Ein großes Feld ist die Baumpflege im Sinne von Gefahrenabwehr. 184 000 Euro fließen an Fachfirmen, die über einen Hubsteiger verfügen.
Eine wirkliche Entlastung wären Paten für Baumscheiben. 5000 solche Mini-Grünflächen rund um Straßenbäumen gibt es in der Stadt. Auf der Martin-Luther-Straße sind beispielsweise zwei, drei Mitarbeiter eine Woche beschäftigt, bis die Baumscheiben wieder tiptop aussehen. KOMMENTAR
Freiwillige und Paten können sich unter Tel. 02191 163840 melden. – BM-Berichte zu Spar- und Ehrenamtsdiskussion: www.rp-online.de/remscheid.
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