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Remscheid: Gehen nachts die Lampen aus?

VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 13.01.2010

Remscheid (RPO). Sparen bei Straßenbeleuchtung: In Solingen bleiben Straßen nachts dunkel. Das Rödl-Gutachten für Remscheid schlägt vor, das Licht zeitweise abzuschalten. Die EWR setzen auf moderne Technik statt Dunkelzone.

"Licht aus!" heißt die Spar-Devise in der Nachbarstadt Solingen für die Straßenbeleuchtung in unbebauten Gebieten und an Ein- und Ausfallstraßen. In Remscheid kam ein ähnlicher Vorschlag mit dem Rödl-Gutachten auf den Tisch. Doch ist dies technisch möglich? Oder gibt es Alternativen, bei der Ausleuchtung der Stadt Geld zu sparen? Im Hinblick auf die aktuelle Spardiskussion fragte die BM nach.

In der Liste mit Vorschlägen der Gutachter Rödl und Partner zur Haushaltskonsolidierung aus dem Jahre 2007 taucht auch der Punkt "Reduzierung der Straßenbeleuchtungsdauer" auf: Straßenleuchten sollten von 24 bis 4 Uhr abgeschaltet werden – Spareffekt: 160 000 Euro jährlich bei Gesamtkosten von 2,3 Millionen Euro für alle Lichtpunkte in der Stadt.

Die Idee aus Solingen, die Beleuchtung an einzelnen ausgewählten Straßen nachts abzuschalten, lässt sich in Remscheid aber nicht umsetzen, sagt Mike Giera von der EWR. "Eine Abschaltung an wenig befahrenen Straßen ist nicht möglich, da die Schaltschränke nicht bestimmten Straßen zugeordnet sind." Der Prokurist ist bei der EWR für Planung und Betrieb aller Sparten zuständig – und auch für die Straßenbeleuchtung, seitdem die EWR diese vor zehn Jahren von der Stadt gekauft haben. Würde man in Remscheid nach dem Solinger Prinzip verfahren, würde man also nicht nur das Licht an kleinen Wohnstraßen ausknipsen, sondern möglicherweise auch an der vielbefahrenen Bundesstraße, die am gleichen Teilnetz hängt. Ein Umrüsten der Technik wäre teuer und aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht zu befürworten, sagt Giera.

Die Praxis anderer Städte zur Energieeinsparung, jeden zweiten oder dritten Lichtpunkt auszuschalten, hält Gerald Hein vom Fachdienst Straßen und Brückenbau in einer Großstadt wie Remscheid für nicht empfehlenswert. "Als Autofahrer hätten Sie einen ständigen Wechsel zwischen Hell und Dunkel. Das würde Unfälle provozieren." So warne auch die Polizei vor Gefahren in solchen Dunkelzonen.

Gespart werde in Remscheid dennoch. Die Straßenbeleuchtung wird seit einigen Jahren morgens zehn Minuten eher aus- und abends fünf Minuten später eingeschaltet. Seit Übernahme rüste die EWR sukzessive auf sparende Technik (unter 90 Watt) und Reflektoren mit hoher Lichtausbeute um. "In zwei Monaten haben wir keine Quecksilberdampfleuchten mehr, Stromkiller schlechthin", berichtet Giera. Remscheid liege damit auf Platz zwei in Deutschland. Rund ein Drittel der Lichtpunkte sei inzwischen mit Energiesparlampen bestückt. Die viel gelobte LED-Technik sei derzeit noch zu teuer, weil die Entsorgungskosten hoch seien.

Quelle: RP

 
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