Remscheid: Gepfeffertes zum Outlet-Center
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 23.01.2012Remscheid (RP). Beim traditionellen Kottenbutter-Essen des Lüttringhauser Heimatbundes war das geplante Designer Outlet-Center an der Blume eines der wichtigsten Themen. Vorsitzender Peter Maar verwahrte sich gegen Vorwürfe.
Über zwei Stunden hatte es so ausgesehen, als sollte das diesjährige Kottenbutteressen des Heimatbundes statt der gewohnt deftigen Aussprache nur verbale Streicheleinheiten bieten. Bis dann Beiratsvorsitzender Karlheinz Meermagen doch noch das Thema "Designer Outlet-Center" (DOC) aufs Schild hob.
Über 100 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie den Lüttringhauser Schulen und Vereinen unternahmen zunächst mit Heimatbundvorsitzendem Peter Maar eine Rückschau auf viele erfolgreiche Aktionen und Veranstaltungen. Damit stellte Maar vor der Diskussion ums geplante DOC klar: "Der größte Anteil unserer Vorstandsarbeit gilt unstrittigen Dingen."
Das Kottenbutter-Essen
Tradition Das Kottenbutter-Essen wurde am Silvesterabend 1963 vom einstigen Stadtdirektor Hans Potyka eingeführt und vom Lüttringhauser Heimatbund als jährliche Veranstaltung übernommen.
Thema Bei Kottenbutter bieten stets kommunalpolitische Themen mit Lüttringhauser Bezug Zündstoff für kontroversen Meinungsaustausch. Die Bebauung der Blume war schon häufig Thema.
Überzeugung wird nicht geändert
Dass sich die Positionen zu einer möglichen Bebauung der Grünflächen auch in der Lüttringhauser Öffentlichkeit geändert haben – was auch beim Kottenbutteressen zu spüren war – räumten die Vereinsvertreter ein. "Der Heimatbund hat zur Kenntnis genommen, dass sich das Meinungsbild gewandelt hat. Aber deswegen ändern wir unsere Überzeugung nicht", betonte Meermagen. Und weil die Lüttringhauser bei einer Realisierung der DOC-Pläne "viel stärker belastet" würden als andere Stadtteile, müssten Fragen und Einwände gegen großflächigen Einzelhandel auf der grünen Wiese weiterhin erlaubt sein. So verwahrte sich Maar gegen den Vorwurf von SPD-Fraktionschef Hans-Peter Meinecke, der die Bedenken gegen die Blume-Bebauung als unangebrachte "Störmanöver" bezeichnete. Eine andere Meinung zu haben, entspreche nun mal den demokratischen Regeln, konterte Maar.
Die Kontroverse drehte sich weitestgehend darum, wer die Entscheidungsgewalt über die Umsetzung der Pläne hat. Für den Heimatbund und den Rheinischen Verein für Denkmalpflege ist es das Land, die DOC-Fürsprecher sehen indes die Stadt am Ruder. "Nicht in Düsseldorf, sondern in Remscheid wird entschieden. Möglicherweise werden wir das vor Gericht durchsetzen müssen", sagte Meinecke.
Ob des etwas ermüdenden Schlagabtauschs rund um Fragen des Planungsrechts sprach Unternehmer Manfred Diederichs wohl manchem Gast aus der Seele: "Das rechtliche Verfahren ist wirklich nicht so interessant und wird wohl von den meisten auch nicht verstanden." An dem eindeutigen Bürgervotum für ein Outlet Center an der Blume könne der Heimatbund nicht vorbeisehen.
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