Remscheid: Geschenke, die das Herz erfreuen
VON STEFANIE BONA (TEXT) UND NICO HERTGEN (FOTOS) - zuletzt aktualisiert: 23.12.2010Remscheid (RPO). In den Remscheider Altenheimen leben viele Menschen, die weder Besuch bekommen, noch die Mittel haben, sich kleinste Wünsche selbst zu erfreuen. Leser der BM haben Senioren in Haus Lennep und der Stockder Stiftung Wünsche erfüllt. Die Beschenkten waren überwältigt.
Hertha M. kann ihr Glück kaum fassen. Als die alte Dame ihr Weihnachtsgeschenk entgegennimmt, füllen sich ihre Augen mit Tränen. "Für mich?", fragt sie leise und blickt auf das Paket in ihrer Hand. Dann wird ausgepackt. Eine hübsche Tischleuchte mit eingebautem Dimmer kommt zutage, die künftig das Zimmer der Seniorin in angenehmes Licht tauchen wird.
Große Bereitschaft zu helfen
Groß war die Freude bei den Bewohnern der Alten- und Pflegeeinrichtungen Haus Lennep und Stockder-Stiftung, die gestern in gemütlicher Kaffeerunde die von vielen Remscheider Bürgern gespendeten Geschenke entgegennahmen. Gemeinsam mit der Krankenkasse Barmer-GEK hatte die Bergische Morgenpost zu der Aktion aufgerufen und war damit auf offene Ohren gestoßen.
Die Aktion
Liste Die Wünsche von Bewohnern von Haus Lennep und derStockder Stiftung hat die BM veröffentlicht. Auch in den Vorjahren hat die Aktion große Resonanz.
Adventfeier Zur Geschenkübergabe kamen Bewohner der Stockder-Stiftung mit Sozialarbeiterin Anke Plath gestern nach Lennep.
Die Bereitschaft, alten Menschen, die niemand mehr besucht oder die nur über ein sehr kleines Taschengeld verfügen, eine Freude zu bereiten, war wie in den Vorjahren sehr groß. Trotz der beschwerlichen Wege über Schnee und Eis hatten die Spender den Weg in die Stadt auf sich genommen und ihre Gaben bei der Barmer-GEK abgegeben, wo sie von den Mitarbeiterinnen liebevoll verpackt wurden.
Jeder Wunsch konnte erfüllt werden. Fünf kleine Besucherinnen des Kinderhauses Bonaventura spielten Christkind und übernahmen die Bescherung. "Frohe Weihnachten", sagt Sofia zu Heinz B. und strahlt ihn mit leuchtenden Kinderaugen an. Als der Heimbewohner das Päckchen vor sich auf den Tisch legt, lässt die Kleine nicht locker. "Das musst du doch auspacken. Soll ich dir helfen?", fragt sie und mit vereinten Kräften wird das Klebeband vom Papier gelöst. Zum Vorschein kommt ein hellblaues Oberhemd mit passender Krawatte. "Das soll mir gehören?", fragt der Senior und das Mädchen lacht ihn an und nickt eifrig mit dem Kopf.
Inzwischen hat auch Karl-Heinz S. sein Päckchen ausgepackt und hält tatsächlich das Hundebuch in den Händen, das er sich so gewünscht hat. Behutsam schlägt er die Seiten auf und blickt interessiert auf die vielen, bunten Fotografien.
Stefan Brosch, Heimleiter von Haus Lennep, ist den Spendern für ihr Engagement sehr dankbar: "Es waren viele kleine Wünsche, und die Resonanz war um ein vielfaches größer. Diese Aktion zeigt, wie viel man doch gemeinsam erreichen kann." Und am Heiligen Abend sollen sich noch einige weitere Senioren freuen können. Denn die Zahl der abgegebenen Geschenke hat die Wunschliste noch übertroffen. "Wir werden nun schauen, wer an Weihnachten keinen Besuch erhält und darüber traurig ist. Diejenigen sollen dann doch noch eine Weihnachtsfreude bekommen", kündigte Brosch an.
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