Remscheid: Grippeimpfung ab Oktober
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 17.09.2009Remscheid (RPO). Um sich gegen die Schweinegrippe zu schützen, richtet das Gesundheitsamt an fünf Standorten Impfstellen ein. Wer einen Hausarzt hat, soll sich dort seinen Immunschutz abholen.
Schweinegrippe
Erkrankte Bislang sind 28 Remscheider an der Schweinegrippe erkrankt. In den vergangenen zwei Wochen gab es nur einen neuen Fall.
Risiko Besonders gefährdet durch die Schweinegrippe sind chronisch kranke Menschen (vor allem die mit Problemen der Atemwege) und Schwangere.
Krankheitsverlauf Oft sind junge Menschen erkrankt. Bei ihnen verlief die Krankheit bislang aber mild und harmlos.
Mitte bis Ende Oktober soll der Impfstoff gegen die so genannte Schweinegrippe auch in Remscheid eintreffen. Das teilte jetzt der Leiter des Remscheider Gesundheitsamtes, Dr. Frank Neveling, auf Anfrage der BM mit. Er hoffe, dass die Impfung von den niedergelassenen Ärzten durchgeführt wird.
Ob die Mediziner bereit sind, die Impfung für ihre Patienten zu übernehmen, soll eine Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung klären. "Die Hausärzte kennen ihre Patienten am besten, wissen, wo es chronische Erkrankungen gibt, wer Risikopatient ist", erklärte Neveling.
Kooperation mit Betriebsärzten
Das Gesundheitsamt werde die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und des Rettungsdienstes impfen. In Kooperation mit den Betriebsärzten wird der Impfstoff auch dort zur Verfügung gestellt.
Für Remscheider ohne eigenen Hausarzt soll es öffentliche Impfungen geben. Dafür werden nach Angaben von Neveling fünf Impfstellen eingerichtet: im Gesundheitsamt an der Hastener Straße sowie an vier DRK-Standorten (Mühlenstraße Lennep, Am Schützenplatz Lüttringhausen, Güldenwerth und Alleestraße). Von Massenimpfungen hält Neveling wenig.
Der Andrang sei zu groß, "auf 300 Metern Entfernung kann ich unmöglich erkennen, ob jemand chronisch krank ist", betont er. Der Impfstoff sei wahrscheinlich gut verträglich. Da es sich aber um ein neues Präparat mit neuen Begleitstoffen handele, warte er die Informationen des Landes (es bezahlt die Impfung), des Herstellers und des Paul-Ehrlich-Instituts (lässt den Impfstoff zu) ab. Die Auslieferung erfolgt in mehreren Etappen. "Es soll aber für alle Remscheider reichen", betonte Neveling.
Nach hinten verschoben
Parallel zu den Planungen der Impfungen für die Schweinegrippe laufen auch die Vorbereitungen für die saisonale Grippeschutzimpfung im Herbst. An drei Terminen bietet das Gesundheitsamt ab Anfang Oktober diese Impfung an.
"Die normale Grippewelle hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter nach hinten verschoben, kommt meist erst zwischen Januar und März", sagte Neveling. Da man aber schon jetzt mit der normalen Grippeschutzimpfung starte, könne man eine zweite Welle Anfang des Jahres vielleicht abfangen.
Er rät dazu, die Impfung zu nutzen. "Denn wenn der neue Grippetypus auf den alten trifft, kann es zu einem genetischen Austausch und einer Verschlimmerung der Krankheitssymptome kommen", warnt Neveling. Für die normale Grippeschutzimpfung hat die Stadt 1200 Impfdosen geordert – 300 für die Verwaltung und 900 für alle Bürger, die keinen Hausarzt haben. Bei den niedergelassenen Medizinern hat die Impfung gegen die normale Grippe schon begonnen.
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