Remscheid: Gutachten soll Zukunft klären
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 30.04.2010 - 10:40Remscheid (RPO). Die Kultur steht erneut auf dem Prüfstand. Im Sparpaket der Oberbürgermeisterin tauchen als Vorschläge nicht nur Zuschusskürzungen auf. Werkzeugmuseum und Galerie sollen geschlossen, die Musik- und Kunstschule mit der Volkshochschule fusioniert werden.
Die Politik muss bald Farbe bekennen: Was in der kulturellen Angebotspalette soll erhalten werden? Wenn ja, auf welche Art und Weise? Wo gibt es Abstriche? Die Ausgaben für Kultur gelten als freiwillige Leistung einer Kommune. Doch die Attraktivität einer Stadt hängt vom kulturellen Angebot ab – Kultur ist neben Bildungsangeboten ein zentraler Standortfaktor. Gleichzeitig steht die Stadt unter dem Druck der Kommunalaufsicht, die Ausgaben drastisch senken zu müssen. Viele Kulturtreibende, Sponsoren und Fördervereine sind verunsichert.
Denn im Sparpaket der Oberbürgermeisterin tauchen Vorschläge auf, die tiefgreifende Einschnitte bedeuten würden. Einige liegen auf Eis, weil ein Kulturgutachten Aufschluss über mögliche Kooperationen und Fusionen im Bereich Theater und Orchester im Bergischen Städtedreieck geben soll.
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Zusammenarbeit wird bereits gepflegt, beispielsweise bei Opernproduktionen. Aber auch vom gemeinsamen Einkauf von Produktionen erhofft man sich Synergien und Einspareffekte. Denn auch die Nachbarn stehen unter massivem Spardruck. Remscheid und Solingen haben bereits ein fusioniertes Orchester, das mit Schulmusiken und Schulkonzerten auch wichtige Bildungsarbeit leistet. Durch den Gesellschaftervertrag haben sich die Städte verpflichtet, der Orchester GmbH eine bestimmte Anzahl an Konzerten abzunehmen.
In den vergangenen Jahren gab es im Kulturbereich Kürzungen. Die Personaldecken sind dünn. Im Teo Otto Theater wurde die Stelle der Pressesprecherin gestrichen, ebenso die Pförtnerstelle und eine halbe Buchhalterstelle. Das technische Personal kann nicht mehr Vorstellungen stemmen als bisher. Erhöhungen von Eintrittspreisen – wie jetzt vorgeschlagen – bergen die Gefahr, dass Zuschauer abspringen. In der Galerie, deren Schließung die Sparliste vorsieht, ersetzt ein Kurator in „residence“ den Leiter. Dank guter Drähte gelingt es ihm nicht nur, hochwertige Ausstellungen nach Remscheid zu holen, sondern über Sponsoring hochwertige Kataloge drucken zu lassen.
Heiß diskutiert werden bereits Vorschläge wie die Schließung des Deutschen Werkzeugmuseums oder die Überführung in eine private Trägerschaft: Mitglieder des Fördervereins sollen einspringen. Derzeit arbeitet das Team im Historischen Zentrum bereits in allen Bereichen, im Archiv wie in Haus Cleff und im Werkzeugmuseum. Es springt bei Bedarf hin und her.
Wie das Werkzeugmuseum gilt auch die Musik- und Kunstschule als Aushängeschild der Stadt. Wartelisten und Preisträger zeugen von dem guten Ruf der Einrichtung. Gebührenerhöhungen bergen die Gefahr, dass Interessenten abspringen.
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