Remscheid: Gymnasien – eins ist zu viel
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 26.03.2011Remscheid (RPO). Rechnerisch kommt die Stadt mit drei Gymnasien aus, sagt die SPD. Es fehle eine Gesamtschule.
Remscheid muss reagieren, sonst laufen Schulen leer, gerät die Schullandschaft aus den Fugen. Das war die Botschaft, die SPD-Fraktionsvorsitzender Hans Peter Meinecke in seiner Haushaltsrede in der Ratssitzung am Donnerstagabend geben wollte: "Wir haben nach den jüngsten Anmeldezahlen, auf die Schüler bezogen, ein Gymnasium und zwei Hauptschulen zu viel und eine Gesamtschule zu wenig", hatte der Schulausschussvorsitzende aufgezeigt.
Auf einen konkreten Vorschlag, etwa die Auflösung einer bestimmten Schule, habe er dabei nicht abgezielt, sagte er auf Nachfrage der BM.
Die CDU reagierte entzürnt. Sie deutet es als unangemessenes Vorpreschen, wenn jetzt von der Schließung eines Gymnasiums die Rede sei. "Absprache war, dass der interfraktionelle Arbeitskreis die Anmeldezahlen sondiert und strukturiert, dann erst in die Öffentlichkeit geht", kritisiert CDU-Fraktionsvorsitzender Jochen Siegfried. Das Gremium tagt am 5. April. Dann sollte eine gemeinsame Basis sondiert werden.
Schulformen
Weiterführende Schulen Remscheid hat vier Gymnasien, zwei realschulen, zwei Gesamtschulen und vier Hauptschulen.
Elternwille Seit dem Regierungswechsel in Düsseldorf sind Eltern von Viertklässlern nicht mehr an die Schulformempfehlung der Grundschulen gebunden. Sie können frei wählen, auch wenn das Kind nicht die Eignung für die bevorzugte Schulform hat.
Meinecke betont gegenüber der BM, dass er sich bei seiner Bemerkung auf die Anmeldezahlen an weiterführenden Schulen in Remscheid fürs neue Schuljahr berufen habe. Sie zeigen, dass drei Gymnasien ihre Kapazitäten nicht ausschöpfen. In Zeiten rückläufiger Schülerzahlen hätten sie noch Platz für 120 Kinder – das sind vier Klassen.
Nur das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (122 Anmeldungen) sei ausgelastet. Das vierzügig, also mit vier Parallelklassen angelegte Gertrud-Bäumer-Gymnasium verbucht 90 Anmeldungen, Platz gebe es für 120 Kinder. Auch das ebenfalls vierzügig angelegte Röntgen-Gymnasium kann mit 75 Anmeldungen keine vier Klassen füllen. Und am dreizügigen Leibniz-Gymnasium wurden 20 von insgesamt 75 Kindern angemeldet, die aus Wuppertal kommen. Meineckes Fazit: Remscheider Kinder kommen in drei Gymnasien unter.
Dringender Handlungsbedarf bestehe bei der Hauptschule Klausen (11 Anmeldungen) und der Hauptschule Rosenhügel (13). Sie drohen auszulaufen. Gleichzeitig wachse der Druck auf Gesamtschulen. 160 Kinder wurden abgewiesen – genug für eine dritte Gesamtschule.
Wo, wie und wann diese gegründet werden könnte, sei noch völlig offen. "Dabei spielen auch rechtliche Fragen eine Rolle. Das Verfahren ist sehr kompliziert", sagt Meinecke. Er sieht die Schulverwaltung am Zuge, dazu Ideen und Vorschläge zu entwickeln, die dann in der Politik sachlich diskutiert werden.
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