Remscheid: Heim-Ehe ist besiegelt
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 01.11.2007Remscheid (RPO). Die Bergische Diakonie Aprath und die Stadt betreiben künftig die beiden städtischen Altenheime in einer gemeinsamen GmbH. Schon im nächsten Jahr könnte der Neubau der Stockder Stiftung fertig sein.
Die Zukunft der beiden städtischen Altenheime Stockder-Stiftung und Haus Lennep ist erst einmal gesichert. Ab dem 1. Dezember werden die Häuser von der „Bergische Alten- und Pflegeeinrichtungen Remscheid“ betrieben. Partner der Stadt in dieser gemeinnützigen GmbH ist die Bergische Diakonie Aprath, die mit 51 Prozent eine knappe Mehrheit hält.
Gestern Morgen unterzeichneten die beiden Partner beim Notar den Vertrag. Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz zeigte sich danach vor der Presse erleichtert, dass diese vom Rat gewünschte Lösung erreicht werden konnte. Kurz erinnerte er an die Jahre 2004 und 2005, als die Heime nach einer Pflegekrise in schweres Fahrwasser geraten waren und der Ruf nach einem Verkauf laut wurde.
Offen in die Stadt
Das Haus Lennep bleibt erhalten. Allerdings sollen die Pflege-Angebote je nach Bewohnergruppe mehr differenziert werden. Angedacht ist etwa eine gemeinsame Unterbringung von Demenzkranken. „Die Einbindung in das öffentliche Leben in der Stadt“ soll vorangetrieben und durch die „Beibehaltung des „Mitarbeiterteams sichergestellt werden“.
Nun ist der Weg frei für die Planung und Umsetzung des Neubaus des Alten- und Pflegeheims Stockder Stiftung. Nach dem Abriss des alten Hauses, das nicht mehr den Brandschutzanforderungen entspricht, soll ein modernes Haus für 80 dauer-pflegebedürftige Menschen entstehen. 20 Plätze davon sollen in Hausgemeinschaften angeboten werden.
Mit drei Investoren verhandelt die Gesellschaft bereits. Läuft alles rund, könnte der Neubau noch in 2008 stehen, sagte der Geschäftsführer Gerhard Schönberg. Derzeit sind 60 Bewohner der Stockder Stiftung übergangsweise im alten Lenneper Krankenhaus untergebracht. Sie könnten dann endlich zurückkehren in ihre alte Heimat. Zur Erinnerung: Weil die Stadt den Neubau nicht allein finanzieren konnte und durfte, war die Suche nach einem Partner vom Rat beschlossen worden.
Die neue Gesellschaft ist nur mit einer dünnen Finanzdecke ausgestattet, muss also sofort wirtschaftlich arbeiten. Dafür sieht Peter Iwand, Vorstand der Bergischen Diakonie, gute Voraussetzungen. Der Bedarf für weitere Heimplätze in Remscheid sei vorhanden. Anders als in anderen Kommunen gebe es hier noch kein Überangebot. Zusammen mit den motivierten, gut ausgebildeten Mitarbeitern und der langjährigen Erfahrung der Bergischen Diakonie seien das gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche, langfristige Arbeit.
Die 150 Mitarbeiter in den Heimen verbleiben rechtlich bei der Stadt, werden der neuen Gesellschaft aber per Vertrag überstellt. Sollten sie ausscheiden, haben sie kein Rückkehrrecht zur Stadt Remscheid. Dafür werden sie künftig wieder normal entlohnt. Der Vertrag mit der Oberbürgermeisterin, in dem die Beschäftigten auf Leistungen verzichteten, um die Häuser wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen, läuft Ende November aus.
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