Remscheid: Heimatbund kritisiert Verwaltung
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 04.01.2010Remscheid (RPO). Weniger "kernig", wie sich Heimatbund-Vorsitzender Peter Maar den Gedankenaustausch beim Kottenbutter-Essen gewünscht hatte, als vielmehr handzahm verlief am Samstagvormittag der traditionelle Neujahrsempfang des Bürgervereins. Diesmal hatten die Veranstalter ins Gemeindezentrum Klausen eingeladen, das die Kirchengemeinde Lüttringhausen aus Kostengründen Ende 2010 aufgeben wird.
Wie seit nunmehr 48 Jahren üblich, waren Vertreter aus Verwaltung, Politik, den Lüttringhauser Schulen, sozialen Einrichtungen und Vereinen aufgefordert, ihre Einschätzung zu drängenden Problemen des Stadtteils zu geben. Doch zum großen Bedauern des W.i.R.-Fraktionsvorsitzenden und "Blume"-Befürwortes Wieland Gühne wurde das seit nunmehr zehn Jahren in der Diskussion stehende Gewerbegebiet am Lüttringhauser Stadtrand bei der Aussprache gänzlich ausgespart. Wohl weil die umstrittenen Planungen zur Gewerbeansiedlung an dieser Stelle für die Vertreter des Heimatbundes sowieso "vor dem Aus stehen", wie Maar zufrieden bemerkte.
Bürgerbüro muss bleiben
Angesprochen auf die Überlegungen der Gestaltungsmehrheit aus SPD, Bündnisgrünen und FDP im Remscheider Rat zu den anstehenden Haushaltsplanberatungen reagierte SPD-Fraktionschef Hans-Peter Meinecke nur knapp: "Es sind noch keine Vorschläge zu Sparmaßnahmen beschlossen worden, ab Mitte des Monats wird da allerdings einiges auf den Tisch kommen. Ich lade alle ein, ernsthaft mitzudiskutieren." Der Lüttringhauser CDU-Vorsitzende Andreas Stuhlmüller erteilte etwaigen Gedanken an eine Aufgabe des stark frequentierten Bürgerbüros Lüttringhausens vorsorglich schon mal eine Absage: "Sparbeschlüsse müssen Sinn machen. Und die sehe ich bei einer Schließung nicht."
Vom Heimatbund abgewatscht wurde zuvor die Stadtverwaltung und hier insbesondere Ordnungsamt und Gebäudemanagement. Ehrenamtliches Engagement werde durch die Behörden regelrecht ausgebremst, kritisierte Vorstandsmitglied Klaus Everling. Jüngstes Beispiel dafür sei das Benefizessen zu Gunsten der "Lütteraten", dem Förderverein zum Erhalt der örtlichen Stadtteilbücherei. Punkt 22 Uhr habe man mitsamt den Gästen den Ratssaal verlassen müssen und auch noch eine saftige Gebührenerhebung zur Raumnutzung aufs Auge gedrückt bekommen. Auch wenn die Unstimmigkeiten inzwischen ausgeräumt seien, müsse der Begriff der Bürgernähe neu interpretiert werden, forderte er.
Der frühere Lüttringhauser Bezirksbürgermeister Philipp Veit sowie FDP-Chef Lothar Schiffer wollten die Vorwürfe des Redners jedoch so nicht stehen lassen. Frühzeitig mit der Verwaltung Kontakt aufnehmen, so lautete ihr Rat für eine funktionierende Zusammenarbeit. "Wir sollten nicht immer so viel aufeinander herumschlagen. Schlagen wir lieber miteinander!", appellierte Schiffer an die Anwesenden.
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