Remscheid: Hendrik hat Patenkind in Kenia
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 13.10.2007Remscheid (RPO). Der Aufruf von Claus und Christel Metzler, beim Aufbau einer Waldorfschule in Nairobi (Kenia) zu helfen, stieß auf große Resonanz. Einige Kinder wollen sogar ihr Taschengeld spenden.
Hendrik zögerte keine Minute. Als der Elfjährige in der BM von dem Patenprojekt seiner Nachbarn Claus und Christel Metzler aus Beyenburg las, stand für ihn schnell fest, dass auch er ein Patenkind in Kenia unterstützen wollte.
„Ich fand die Idee gut, weil sie einen guten Zweck hat“, berichtet er. Er wolle auf jeden Fall auch in seiner Klasse an der Sophie-Scholl-Gesamtschule Werbung für das Projekt machen. Auch seine Familie – Mutter Annemarie, Vater Rainer und Bruder Pattrick – war von der Aktion angetan. Die Mutter hat bereits die Eltern aus der Klasse ihres Sohnes angeschrieben, um vielleicht eine Klassenpatenschaft zu übernehmen. „Das wären zwölf Euro pro Schüler pro Jahr, also ein Euro pro Monat für ein Patenkind, das müsste drin sein“, meint sie.
Claus und Christel Metzler sind froh über die positive Resonanz auf ihr Patenprojekt. Mittlerweile musste das Ehepaar schon weitere Patenbriefe in Kenia anfordern, um allen Interessierten ein Patenkind zu vermitteln. In Nairobi betreut Claus Metzler seit Mitte Juni 2006 eine Waldorfschule, bespricht mit den jungen Lehrern deren Aufgaben, schaut, ob sie die Waldorfpädagogik richtig vermitteln und hält Vorträge vor Eltern. Patenschaften seien sehr wichtig, damit die „Rudolf Steiner School Mbagathi Nairobi“ mehr Kinder (meist Aids-Waisen) aufnehmen kann. 31 Euro pro Monat reichen aus, um Essen und Schulbildung für ein Kind zu finanzieren. Familie Wirths hat’s vorgemacht und seit Juli ein Patenkind in Kenia: Boniface ist elf Jahre, spielt genau wie Hendrik Wirths begeistert Fußball, geht gerne in die fünfte Klasse seiner Schule und hat schon Briefe nach Beyenburg geschrieben. „Er hat noch zwei Geschwister und lebt alleine bei seinem Vater“, erzählt Annemarie Wirths, die schnellstmöglich Fotos aus dem Bergischen nach Kenia schicken will. Und Hendrik freut sich, dass er seinem Patenkind auf englisch Briefe schreiben kann. „Mit dem Lesen habe ich Probleme, aber mein Vater hat mir den Brief von Boniface vorgelesen“, sagt er.
Annemarie Wirths ist stolz auf das Engagement ihres Sohnes. Bislang habe ihre Familie immer mal wieder gespendet für verschiedene Zwecke. „Aber hier wissen wir genau, dass das Geld ankommt und wofür es verwendet wird“, erklärt sie. Irgendwie wolle man armen Kindern in der Welt helfen, „denn im Vergleich leben unsere Kinder doch in ziemlichem Saus und Braus“, findet sie. In Sondern hat die engagierte Mutter deshalb auch schon eine Spielplatzpatenschaft übernommen. Christel Metzler ist von der Hilfsbereitschaft überwältigt. Fünf Patenschaften sind vergeben. „Es gibt Kinder, die ihr Taschengeld geben wollen“, berichtet sie. In Nairobi seien die Menschen unendlich dankbar. Im Januar fliegen die Metzlers wieder nach Kenia. Und nehmen gerne Spenden mit.
Ohne Abzüge
Claus Metzler ist Begründer der Waldorfschule Bergisch Born. Als der 64-Jährige vor zwei Jahren in Altersteilzeit ging, ließ ihn die „Waldorf-Idee“ nicht los. Für die „pädagogische Zentrale“ der Waldorfschulen in Dornach (Schweiz) kümmert er sich um eine Schule in Kenia. Metzlers garantieren, dass das Geld ohne Abzüge ankommt. Dafür sorge die „GLS-Bank“ in Bochum, die die „Stiftung Entwicklungshilfe“ ins Leben gerufen hat. Kontonummer: 12 33 00 12, BLZ 430 609 67 - „Schule Nairobi“.
Informationen Tel. 02 02/61 22 55 oder Mail: cc.metzler@gmx.de
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