Remscheid: Honsberg wird beneidet
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 14.08.2008Remscheid (RPO). Politiker und Bürger haben Sorge, dass beim Projekt „Stadtumbau West“ die Konzentration zu stark nur auf einen Stadtteil gelegt wird. Stadtplaner Hans-Gerd Sonnenschein teilt diese Bedenken nicht.
Wird das Millionenprojekt „Stadtumbau West“ eine Solo-Veranstaltung nur für Honsberg? Diese Sorge wurde am Dienstagabend gleich mehrfach von Politikern im Bauausschuss geäußert. Vor allem die CDU ließ sich von Remscheids oberstem Stadtplaner Hans-Gerd Sonnenschein wiederholt versichern, dass die Stadtverwaltung die ebenfalls zum Planungs-Gebiet gehörenden Bereiche Kremenholl, Stachelhausen und Blumenthal nicht vernachlässigt.
Hintergrund sind Gespräche der CDU unter anderem mit dem „Bürgerkreis Stachelhausen“, der die Entwicklungen mit Sorge betrachtet und seine Interessen vernachlässigt sieht. Es gebe Bedenken, dass die Fördergelder des Landes nur nach Honsberg fließen und am Ende „kein Geld mehr über bleibt“, sagte Elke Rühl (CDU).
Planungs-Werkstatt
Am Montag, 18. August, gibt es um 18 Uhr eine Auftaktdiskussion über die Ziele der Planungswerkstatt von Bürgern und Experten, die an den beiden folgenden Tagen (19. und 20. August) jeweils ab 9 Uhr bis zum Abend stattfindet.
Ab 18 Uhr am Mittwoch gibt es dann eine Zwischenpräsentation der ersten Planungskonzepte, in der Empfehlungen an die Architektur-Büros erteilt werden.
Alle Veranstaltungen finden im Gemeindehaus Honsberg, Honsberger Straße 38, statt.
Sonnenschein betonte, dass die Stadt für alle Bereiche gleichberechtigt Planungen erstelle. Dass es in Honsberg derzeit besonders gut vorangehe, liege schlicht daran, dass hier am regelmäßig tagenden Runden Tisch alle Entscheidungsträger beisammen sitzen. Mit dabei ist auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewag, der sehr viele Häuser in Honsberg gehören. Sie hat das vom Land geförderte Programm „Stadtumbau West“ als Chance für eingreifende Veränderungen im Wohnungsbestand begriffen, auch Abrisse sind geplant.
Nur wenn die Eigentümer mit im Boot seien, mache es Sinn, teure Planungen in Auftrag zu geben, sagte Sonnenschein. Die Kontaktaufnahme mit den Eigentümern etwa in Stachelhausen gestalte sich leider schwieriger als beispielsweise in Honsberg. Hier hat man es mit vielen Einzelpersonen zu tun, deren Adressen nicht immer einfach herauszufinden seien.
Bei aller Gleichberechtigung der Stadtteile – der nächste wichtige Schritt für eine Veränderung der Lebensstrukturen findet in Honsberg statt. Unter dem Titel „Neue Mitte für Ihren Honsberg“ lädt die Stadt in der nächsten Woche die Bürger ein, gemeinsam mit Experten aus Architektur und Städtebau in einer Öffentlichen Planungswerkstatt an zwei Tagen Ideen für die Umgestaltung von Honsberg zu entwickeln. Ein Schwerpunkt ist der Bereich rund um das Gemeindezentrum an der Lindenhofstraße, das zu einem interkulturellen Stadtteilzentrum ausgebaut werden könnte.
Eine Experten-Jury wird die Vorschläge bewerten. Vier renommierte Architektenbüros haben sich beworben, um aus den gesammelten Ideen anschließend konkrete Entwürfe zu entwickeln. Auch ein Büro aus Kopenhagen ist dabei.
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