Remscheid: Imam der Ditib-Moschee paukt jetzt Deutsch
VON BIRTHE ROSENAU - zuletzt aktualisiert: 17.12.2009Remscheid (RPO). Wenn Mustafa Oguz Angelegenheiten für seine Gemeindemitglieder regeln möchte, dann benötigt er dafür oft einen Dolmetscher. Damit sich das bald ändert, nimmt der türkische Imam jetzt an dem ersten bundesweiten Förderprogramm "Imame für Integration" teil.
Gestern war der 36-Jährige zur Auftaktveranstaltung des zehnmonatigen Programms vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der Ditib (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) und dem Goethe-Institut nach Köln gekommen. Mit ihm beginnen dort 15 weitere Imame die Ausbildung.
Seit fünf Monaten lebt Mustafa Oguz mit seiner Frau, einer elfjährigen Tochter und einem siebenjährigen Sohn in Remscheid. Für den Einsatz im Ausland hat er sich selbst beworben. "Auch, damit die Kinder die Sprache lernen", erzählt er. Sechs Jahre lang war Oguz in Kütahya nahe Izmir Vorbeter und Vorsteher, die vergangenen drei Jahre arbeitete er zusätzlich als Prediger.
Rund 500 Gemeindemitglieder betreut der Imam jetzt in der Remscheider Ditib-Moschee. Große Unterschiede zu seiner Arbeit in der Türkei hat er bislang nicht festgestellt: "Gemeinde ist schließlich Gemeinde", meint er. Doch im Alltag merkt Oguz häufig, dass er sprachlich an seine Grenzen gerät.
Von dem Projekt, das aus den drei Modulen Sprachkursus, landeskundliche Seminare und Regionaltreffen mit anderen Imamen besteht, verspricht er sich vor allem mehr Eigenständigkeit.
Denn zu den Aufgaben eines Imams in Deutschland gehöre auch, Angelegenheiten für seine Gemeindemitglieder zu regeln und gegenüber anderen Religionszugehörigen Vorurteile abzubauen. "Auch wird die Arbeit mit den Jugendlichen durch den Kursus sicher einfacher", sagt Oguz.
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