Remscheid: Interkulturelle Wochen eröffnet
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 27.09.2010Remscheid (RPO). Integration gelingt nur, wenn Zuwanderer die deutsche Sprache erlernen. Das war der Tenor einer Talkrunde mit Remscheidern mit und ohne Migrationshintergrund. Sie bildete den Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen.
Die Eröffnung der Interkulturellen Wochen 2010 war ein fröhliches Fest und zeigte das erfolgreiche und erfreuliche Bild von Integration: Feiernde, fröhliche Menschen verschiedener Nationen, kulturelle Vielfalt in Musik und Tanz und Menschen mit Migrationshintergrund, die als Remscheider Bürger angekommen sind. "Remscheid ist meine Heimat", sagte Katharina Olbrant, die vor 16 Jahren aus Kasachstan nach Deutschland kam und heute als medizinische Fachkraft bei Dr. Kazem Safarli arbeitet. Seit 28 Jahren praktiziert der Mediziner mit persischen Wurzeln in Remscheid und beschäftigt Mitarbeiterinnen verschiedener Nationalitäten.
Nicht nur in Remscheid
Geschichte Die Interkulturelle Woche ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie und ging aus der 1975 eingeführten "Woche der ausländischen Mitbürger" hervor. Programm Der Flyer zu den Interkulturellen Wochen liegt an öffentlichen Stellen und bei den Migrantenvereinen aus.
Neben einem Kulturprogramm waren die von der WDR-Journalistin Corinna Schlechtriem und Rahime Diallo moderierten Interviews der informative Schwerpunkt der Feier im Vaßbendersaal. Dabei standen Migranten als Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Fokus der Aufmerksamkeit. So hat die aus der Türkei stammende Aynur Tutkun gerade ihren dritten Friseursalon in Remscheid eröffnet.
Mitarbeiter aus zehn Nationen
Auch Dr. Manfred Diederichs, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Dirostahl, stellte sich auf dem Podium den Fragen. Immerhin bietet der Unternehmer Menschen aus zehn verschiedenen Nationen unter dem Dach seines Betriebs einen Arbeitsplatz. So auch Salvatore Larocca, der in der dritten Generation beim Lüttringhauser Stahl-, Walz und Hammerwerk arbeitet. Nach dem Großvater, der in den 1960er Jahren nach Remscheid kam, und dem Vater, hat es der Sohn mit der Integration aufgrund seiner perfekten deutschen Sprachkenntnisse leichter gehabt. Heute empfindet er Deutschland als Heimat, Italien als Land, wo er gerne den Urlaub bei einem Teil seiner Familie verbringt. Was alle Gäste auf dem Podium betonten, war das unbedingte Muss, die Sprache des Landes zu lernen, in dem man lebt. "Bildung ist das Wichtigste. Ein gut gebildeter Mensch kann sich überall zurechtfinden und integrieren", hob Aynur Tutkun hervor. Außerdem wurde in den Gesprächen deutlich, dass der unbedingte Wille, sich auch in fremder Umgebung eine Zukunft aufzubauen, für alle erfolgreichen Integrationsgeschichten die Grundlage ist. Der Fingerzeig auf Probleme bei der Integration ausländischer Mitbürger blieb eher dezent. Bürgermeister Lothar Krebs mahnte an, dass beide Seiten – Deutsche und Migranten – am guten Miteinander arbeiten müssen. "Die Zukunft können wir nur gemeinsam gestalten", hob Luigi Costanzo, Vorsitzender des Integrationsausschusses, hervor. Für die junge Generation wünschte sich Tom Becker, Vorsitzender des Jugendrats, "dass wir alle in Remscheid zusammenhalten."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



