Remscheid: „Jeder Euro hat Ziel erreicht“
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 16.01.2008Remscheid (RPO). Drei Jahre nach der Flutkatastrophe in Südostasien zieht die Stadt eine positive Bilanz der Spenden-Aktion „Remscheid hilft“. Insgesamt 121. 000 Euro flossen in das Krisengebiet.
Engagiertes Ehepaar
Auch das Remscheider Ehepaar Martha und Wolfgang Meyer wurde im Dezember 2004 von der Flutwelle überrascht. Daheim wurden sie Teil der Aktion „Remscheid hilft“. Private Gelder und Mittel aus dem Topf der Aktion flossen z.B. für den Kauf einer Nähmaschine, damit ein Vater seine Lieben ernähren kann. Oder für einen Stromanschluss, damit Kinder nicht bei Kerzenlicht Schularbeiten machen müssen.
Gut drei Jahren nach dem Start der Spenden-Aktion „Remscheid hilft“ für die Opfer der Tsunami-Katastrophe im südlichen Sri Lanka hat die Stadt Remscheid nun ein Resümee vorgelegt. Unter www.remscheid.de kann man seit einigen Tagen eine 16-seitige Broschüre herunterladen, die das Zustandekommen der Hilfsaktion Anfang 2005 (nur wenige Tage nach dem Tsunami) beschreibt und erklärt, was mit den Spendengeldern der Remscheider im Einzelnen passiert ist.
Die Hilfsbereitschaft ist auch rückblickend noch beeindruckend. Insgesamt kamen 121.000 Euro zusammen. „Jeder Remscheider – vom Kind bis zum Greis – hat einen Euro gespendet“, heißt es im Fazit des Berichtes, den Oberbürgermeisterin Beate Wilding und ihr persönlicher Referent Sven Wiertz verfasst haben. „77 Prozent der Hilfsgelder sind innerhalb eines Jahres nach Sri Lanka geflossen“, heißt es weiter. Zehn Prozent wurden für Schulprojekte ausgegeben. Der Rest floss bis März 2007 in die „nachhaltige Fortführung des Aufbaus von Häusern“.
Auf Seite 14 des Berichtes gibt es einen sehr detaillierten Verwendungsnachweis der Gelder. Jede einzelne Überweisung wird dokumentiert. In gebündelter Form wird gezeigt, welche Summen etwa für individuelle Soforthilfe (z.B. für den Kauf eines neuen Fischerbootes) flossen und welche Gelder in langfristigere Projekte wie Hilfen für den Wiederaufbau oder die Ausstattung von Schulen.
Viel Platz räumt der Bericht der Schilderung der Arbeit der Ceylon Direkthilfe ein. Die Hilfsorganisation aus Leichlingen war von Anfang an Partner der Stadt und ist auch nach dem Ende der Aktion weiterhin in der Krisenregion vertreten. „Auch nach dem Tsunami haben wir konkret und intensiv helfen können. Unser Netzwerk hat sich bewährt. Mit langem Atem konnten wir sicherstellen, dass jeder einzelne Spendeneuro wirklich sein Ziel erreichte“, ziehen die Gründer der Ceylon Direkthilfe eine sehr positive Zwischenbilanz der Aktion. Ihre Arbeit geht weiter.
OB Wilding zeigt sich in ihrem Beitrag beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Remscheider. Ihr besonderer Dank gilt den Akteuren von „Remscheid hilft“, die viel Zeit und Arbeit investierten. So flog der Remscheider Fotograf Gerd Krauskopf im Jahr 2005 nach Sri Lanka, um für die Remscheider die Situation in der betroffenen Region zu dokumentieren. Einige seiner Bilder sind der Dokumentation beigefügt.
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