Remscheid: Kampf gegen den Silvestermüll
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 03.01.2008Remscheid (RPO). Prosit Neujahr – Die Entsorgungsbetriebe haben alle Hände voll zu tun: Sieben große und zwei kleine Kehrmaschinen sind im Einsatz, um Remscheids Straßen von Resten der Knallerei zu reinigen.
Farbenprächtige Raketen, schussgewaltige Batterien, dröhnende Luftheuler und riesige Knallfrösche haben ganze Arbeit geleistet. Nach einer meist turbulenten Silvesternacht kann sich nun jeder ein Bild vom Ausmaß der wilden Knallerei machen – Remscheid übersät von hölzernen Raketenstangen, zerfetzten Pappkartons und Verpackungen diverser Böller. Seit gestern haben die Remscheider Entsorgungsbetriebe (REB) sieben große und zwei Kleinkehrmaschinen sowie drei Fußtrupps mit je fünf Mann im Einsatz, um Straßen und Bürgersteige von Dreck und Müll zu befreien. „Glücklicherweise müssen wir zurzeit keinen Winterdienst fahren und konnten sogar noch einen Wagen, der eigentlich für den Eis- und Schneeeinsatz gedacht war, wieder umrüsten, um den Müll aus der Silvesternacht zu bewältigen“, erklärte gestern REB-Bereichsleiter Michael Sauer. Leider habe sich auch in Remscheid eine Unart weiter ausgebreitet: „Leute, die auf der Straße knallen, müssten ihren Dreck eigentlich selber einsammeln. Das tun die meisten aber nicht“, kritisierte er.
Im Dauereinsatz
Die Kehrmaschinen sind zurzeit im Dauereinsatz. Nach Angaben von REB-Bereichsleiter Michael Sauer kommen pro Tag und Maschine zehn bis zwölf Kubikmeter Müll zusammen – darunter jede Menge Reste von der Silvesterknallerei.
Sorgen bereiten leere Glasflaschen, aus denen die Raketen gezündet wurden, vor allem aber auch große Pappkartons, aus denen die immer beliebteren Batterien abgeschossen wurden. „Sie verstopfen die Saugrohre in den Kehrmaschinen. Die Fahrer müssen immer wieder die Schächte frei machen, was sehr mühevoll ist“, erläuterte Sauer. Mit den Raketenstangen gebe es weniger Probleme. „Wenn die Kehrmaschinen drüber fahren, gehen sie kaputt und können aufgesaugt werden.“ Geknallt wurde nach Angaben von Sauer vor allem vor Gaststätten und Veranstaltungsräumen, und nicht – wie in den Vorjahren verstärkt – in Wohnbereichen.
So schön das trockene und kalte Wetter auch ist – der Frost sorgt dafür, dass die Reste der Silvesterknallerei nun fest am Boden gefrieren. „Die Kehrmaschinen haben im Saugschacht zwar eine Wasserzufuhr, aber die können wir bei Minusgraden natürlich nicht nutzen“, erklärt Sauer. Er glaubt, dass es noch Tage, wenn nicht Wochen dauern wird, die Reste der Knallerei zu entfernen. Vor allem zwischen geparkten Autos werde es schwierig, den Unrat aufzufangen. Zumal die Fußtruppen nicht überall im Einsatz sein können. Da sich das trockene Wetter aber zumindest bis Freitag halten soll, hofft Sauer, dass bis dahin alle Straßen in Remscheid zumindest einmal gekehrt wurden.
Die Kehrmaschinen jedenfalls sind proppenvoll. Werden sie normalerweise einmal pro Tag voll beladen zur Deponie gefahren, so passiert das zurzeit zwei- bis dreimal.
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