Remscheid: Kampf gegen Flut-Folgen
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 08.08.2007Remscheid (RPO). Der Jahrhundertregen hat in Remscheid Spuren hinterlassen. Die Feuerwehr arbeitete bis gestern Morgen 200 Einsätze ab. Täler waren vom Hochwasser betroffen. Es gab aber keine Verletzten. Der Sachschaden kann noch nicht beziffert werden.
Alle im Einsatz
In der Unwetternacht waren 260 Feuerwehrleute im Einsatz, darunter 180 Kräfte der Freiwilligen Wehren. Die Polizei meldete 50 Einsätze.
Sturm und Starkregen hat den Einsatzkräften der Remscheider Feuerwehr am Montagabend bis in die Nacht hinein rund 200 Einsätze beschert: Deiche abdichten, voll gelaufene Keller leer pumpen, umgestürzte Bäume forträumen, Baugerüst sichern und zu guter Letzt einen Großbrand löschen.
Nach 30 Stunden Dauereinsatz war Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan gestern Mittag noch nicht zur Ruhe gekommen. Medienvertreter umlagerten ihn – Remscheid im Zentrum des Unwetters. „Um sieben Uhr war alles abgearbeitet, die Einsatzkräfte zurück – bis auf die Brandwache im Morsbachtal“, bilanzierte er auf Nachfrage der BM. Dass weder Bürger noch Wehrleute bei gefährlichen Einsätzen verletzt wurden, grenze angesichts der Unwetterfolgen an ein Wunder.
Einsatzschwerpunkt Morsbachtal
Das Morsbachtal war einer der Einsatzschwerpunkte. Die Wehr führte einen Kampf gegen Wasser und Feuer: Der zum reißenden Gewässer angeschwollene Bach hatte eine Härterei geflutet, so dass das Härtebecken überfloss. Die Einsatzkräfte dämmten Umweltschäden durch auslaufendes Öl ein und kämpften mit Pulverlöschern gegen Stichflammen, die aus dem Ofen schossen, um umliegende Gebäude zu schützen. „Plötzlich brannte der Dachstuhl einer Produktionshalle“, berichtete Eul-Jordan. Aus ungeklärter Ursache hatte es eine Durchzündung gegeben. In einer Stunde war der Brand unter Kontrolle, die Brandwache blieb bis zum anderen Tag.
Um alle Einsätze bewältigen zu können, hatte Eul-Jordan elf Führungskräfte eingesetzt und eine Prioritätenliste der Einsätze erstellt. Einer der ersten Einsätze führte zum Intzeplatz, wo ein entwurzelter Baum einen Lichtmast beschädigt hatte. Unweit der Wache sicherten Einsatzkräfte ein hohes Baugerüst am Gebäude der Firma Edscha.
Übel sah es gestern noch im Freibad Eschbachtal aus, wo braune Brühe abgepumpt wurde. „Erst dann können wir die Becken kontrollieren“, sagte Sportamtsleiter Bernd Fiedler. Die technische Prüfung laufe bereits. Für die nächsten zwei, drei Wochen bleibe das Bad gesperrt. „Viele Menschen wollen spenden, das lässt hoffen“.
„Land unter“ meldeten Bewohner des Diepmannsbachtals. „Das war wie eine Flutwelle“, erzählte Elena Michel, die in der Tackermühle wohnt. Das Regenrückhaltebecken des Industriegebiets Jägerwald war plötzlich übergelaufen. In Sekunden stand alles unter Wasser. Schlammmassen, Baumstämme, Geröll und Gullyringe schossen ins Tal. In Nachbarschaftshilfe wurden die Wege gestern freigeräumt. „Von der Stadt hat hier niemand mal nachgefragt“, meinte Michel.
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