Remscheid: Kirche im Umbruch
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 26.02.2008Remscheid (RPO). Einschneidende Veränderungen kündigte jetzt Stadtdechant Thomas Kaster an. Durch die sinkende Zahl an Katholiken und Priestern müssten sich die Gemeinden überlegen, wie sie gemeinsam ihre Zukunft gestalten wollen.
Auf die katholische Kirche in Remscheid kommen einschneidende Umgestaltungen zu. „So eine Veränderungswelle hat es im Erzbistum Köln noch nie gegeben“, bekannte Stadtdechant Thomas Kaster, der am Sonntag auf Einladung der Remscheider Kolpingsfamilie zu den mittlerweile eingeleiteten Maßnahmen Stellung nahm.
Pfarrvikar als Ersatz
Im Laufe dieses Jahres wird Meinrad Funke, bislang Pfarrer der Gemeinden St. Josef und St. Suitbertus, seine bisherige Wirkungsstätte verlassen. Hintergrund der Versetzung ist, dass es laut Zukunftskonzept der Kirchenleitung nur noch einen leitenden Geistlichen pro Seelsorgebereich geben darf. Da Pfarrer Kaster in seiner Funktion als Dechant nicht wechseln sollte, wird sein Amtsbruder sich nun eine neue Stelle suchen müssen. Gewissermaßen als Ersatz wird in den Gemeinden in Alt-Remscheid ein Pfarrvikar seinen Dienst aufnehmen, der aber keine Leitungsfunktion wahrnimmt. „Uns ist ein Priester in Aussicht gestellt, der 18 Jahre in der Militärseelsorge gearbeitet hat“, berichtete Kaster.
Zukunftskonzept
Die strukturellen Veränderungen gehören zum Zukunftskonzept des Erzbistums Köln, das damit auf die prognostizierten Entwicklungen bezüglich der Zahl der Katholiken und der Priester reagiert.
Am Wochenende will Stadtdechant Thomas Kaster die Laiengremien der Gemeinden über die Wahlmöglichkeiten zur Fusion bzw. der Gründung einer Pfarreien-Gemeinschaft informieren.
Ein Votum der Pfarrgemeinden soll dann bald erfolgen.
Weiterhin werden sich die Gemeinden im Laufe dieses Jahres entscheiden müssen, ob sie künftig eine Pfarreien-Gemeinschaft bilden wollen oder aber zu einer Pfarrei fusionieren. Kaster gab hier offen zu, dass er letzterer Möglichkeit den Vorzug gibt. „Alles andere wäre nur eine Übergangslösung.“ Die Fusion würde bedeuten, dass die Verwaltungsstrukturen der Gemeinden St. Engelbert, St. Josef, St. Suitbertus und St. Marien zusammengefasst werden. Damit gibt es auch nur noch einen Kirchenvorstand und einen Pfarrgemeinderat, die mit dem leitenden Pfarrer zusammenarbeiten.
Die ortsgebundene Arbeit der bisherigen Pfarrgemeinden bliebe jedoch genauso bestehen wie es weiterhin an den Standorten vier Pfarrkirchen geben werde, betonte Kaster. Allerdings machte er deutlich, dass „nicht mehr alles überall so möglich sein wird, wie bisher“. Somit müsse das Kirchturmdenken aufhören, die Gemeinden müssten überlegen, wie sie gemeinsam ihre Zukunft gestalten wollen. In Lennep, Lüttringhausen und Bergisch Born – hier bilden die Gemeinden den Pfarrverband Ost – ist der strukturelle Wandel in Teilen bereits vollzogen. Leitender Pfarrer ist Jürgen Behr, der Lüttringhauser Geistliche Helmut Faßbender führt seine Arbeit als Pfarrvikar weiter.
Umdenken gefordert
Hintergrund für alle Maßnahmen ist die schwindende Zahl der Katholiken, die einhergeht mit einem dramatischen Rückgang der Priesterzahlen. Damit wird sich das finanzielle Fundament der Kirche genauso verändern, wie die Anzahl derer, die die Arbeit tragen. „Diese Situation erfordert ein Umdenken. Wenn wir jetzt nicht reagieren, werden wir den Karren vor die Wand fahren“, betonte der Stadtdechant.
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