Remscheid: Kita-Ausbau – Platz für jedes sechste Kleinkind
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 14.08.2010Remscheid (RPO). In vier Jahren soll es überall in Deutschland für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz geben. Der Gesetzgeber hat zumindest einem Teil der Elternschaft einen Rechtsanspruch gewährt.
Nach Aussage von Schuldezernent Burkhard Mast-Weisz müssen in Remscheid 900 Betreuungsplätze vorhanden sein, um die Vorgabe zu erfüllen. Davon sollen etwa 600 in Kita-Einrichtungen und 300 in der Tagespflege geschaffen werden. Derzeit gibt es für 17,5 Prozent der Kinder unter drei und zwei Jahren (2749) einen Betreuungsplatz (419 in Einrichtungen, 50 in der Tagespflege).
"Nach der Elternzeit sollte ein durchgängiges Betreuungssystem bis zur Klasse 9 vorhanden sein", sagte Mast-Weisz mit Blick auf die gruppe berufstätiger Eltern und Alleinerziehender, die ihr Kind verlässlich untergebracht sehen wollen. Um unter Dreijährige in einer Kita betreuen zu können, müssen Räume umgebaut werden. "Da reicht es nicht, kindgerechte Sanitäranlagen einzubauen, da müssen auch Schlafräume eingerichtet werden", nannte Mast-Weisz ein Beispiel. Die Standards legt der Landschaftsverband fest. Platz sei dafür in Einrichtungen vorhanden – dank stetig sinkender Kinderzahlen.
Im Bau oder nahezu fertiggestellt seien derzeit die städtischen Kitas Sedanstraße, Honsberg, Königstraße, Vieringhausen und Henkelshof. Darüber hinaus haben sechs freie Träger einen Bewilligungsbescheid für den U-3-Ausbau: Klauser Delle, Leipziger Straße, Tannenhof, Montanusweg, St.Marien und Steinacker Straße.
Der Investitionsbedarf sei riesig. Mast-Weisz spricht von einer sechstelligen Summe. Das Land Nordrhein-Westfalen übernehme nach eigenen Angaben 90 Prozent der Kosten, lege aber gleichzeitig fest, wie viel investiert werden darf: 20 000 Euro pro Platz in einem Neubau, 8000 Euro pro Platz für einen Umbau im Gebäudebestand. "Unterm Strich kostet der U 3-Ausbau mehr Geld, als wir vom Land refinanziert bekommen."
Deshalb fließen auch Gelder aus der Bildungspauschale in die Ausbaumaßnahmen. Das ist ein jährlicher Zuschuss des Landes, der den Kommunen für Investitionen in Bildung – Schule und Kindertagesstätten – zur Verfügung gestellt wird. Für dieses Jahr sind es 2,3 Millionen Euro. Auch Baumaßnahmen für die Übermittag-Betreuung in Schulen werden daraus finanziert.
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