Remscheid: Klanglich beflügelt
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 23.11.2006Remscheid (RPO). Dank einer Spende des Remscheider Lions Clubs Remscheid konnte der Konzertflügel der Musik- und Kunstschule generalüberholt werden. Nun erstrahlt er im VHS-Vortragssaal in neuer Frische.
Abgerundet, voll, ausgewogen in allen Tonlagen – einfach brillant klingt der schwarze Flügel. Seine neu gewonnene Qualität kommt in dem großzügigen Vortragssaal des Volkshochschul-Gebäudes nun bestens zur Geltung. Selbst in Basslagen stellt er das geschulte Gehör des Pianisten zufrieden, und die ganz hohen Tonlagen lassen ein Pianissimo nicht versanden. Dass der fast 30 Jahre alte Steinway wieder so „konzertreif“ klingt, verdankt die Besitzerin, die Musik- und Kunstschule (MKS) der Stadt, einer Spende des Lions Clubs Remscheid an den Förderverein der MKS. Die mit der Spende finanzierte Generalüberholung des Flügels kostete 8500 Euro (ein neuer Steinway l von der Qualität wäre 45 000 Euro teuer). Die Spende stammt aus dem Erlös des Bücher-Basars 2005 der Lions im Allee-Center.
Die Einweihung
Bei einer Kammermusik-Matinee sollen möglichst viele Facetten des Steinway zur Geltung kommen. Es musizieren: Benedict Schulz, Janet Drobek, Lena Schröder, Niklas Nolzen, Benjamin Chadwick, Maren Donner (Euphonium), Jan Donner (Posaune), Linda Jiayun Gao-Lenders, Constanze und Leonore Griep (Violine).
Kammermusik-Matinee, Sonntag, 3. Dezember, 11 Uhr, großer Saal der VHS, Elberfelder Straße 32.
Gestern stellte Musikschul-Leiter Thomas Holland-Moritz mit den Lions-Mitgliedern Dr. Heinz-Jürgen Brähler, Musikbeauftragter des Clubs, und Bernward Lamerz (Präsident im Lions-Jahr 2005/06) das Instrument vor. „Neben dem Steinway im Teo Otto Theater und dem Bösendorfer im Vaßbendersaal zählt er zu den drei besten Flügeln in Remscheid“, schwärmte der MKS-Leiter von dem wertvollsten und ältesten der MKS-Tasteninstrumente.
Bisher stand der Steinway auf der Bühne im Minoritensaal der Klosterkirche, wo er aus Platzgründen oftmals hin- und hergeschoben oder senkrecht an die Bühnenwand geklappt werden musste. Dies und all die Jahre des Einsatzes hinterließen Verschleißspuren. Mechanik und Intonation ließen zu wünschen übrig.
Im Sommer nahm sich nun die Wuppertaler Firma „Piano Faust“ fünf Monate lang des Instrumentes an. Die Saiten waren noch gut, doch Stege, Filze, Dämpfung, Tastatur, Rollen und Außenfläche mussten aufgearbeitet oder ausgetauscht werden. Hinzu kamen Reinigung, Regulieren, Stimmen und Intonieren.
Die ganze Klangpracht soll sich in Konzerten am neuen Standort entfalten. Für den tagtäglichen Klavierunterricht ist der Steinway nicht gedacht, wohl aber als „Bonbon“ für fleißige, begabte Schüler. „Die klangliche Sensibilität wird dadurch geschärft“, erläuterte Holland-Moritz den pädagogischen Effekt.
Offiziell eingeweiht wird das 1977 angeschaffte und jetzt aufgefrischte Instrument mit einer Matinee am 3. Dezember. An der Tastatur sitzt die erste Garde der MKS-Klavierschüler. Insgesamt rund 160 Kinder und Jugendliche erhalten an der MKS Klavierunterricht.
Die Klosterkirche steht übrigens jetzt nicht ohne Flügel da. Denn aus einem weiteren Teil der Lions-Spende konnte der MKS-Förderverein zusammen mit dem Lenneper Kulturzentrum ein günstiges Gebraucht-Instrument als Ersatz anschaffen. Das kommt jetzt wie gewohnt bei Musikschulvorspielen und bei Klosterkirchen-Veranstaltungen zum Einsatz.
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