Remscheid: Kreativ im Kleinkunst-Keller
VON BERND GEISLER - zuletzt aktualisiert: 14.01.2008Remscheid (RPO). Mit unbeirrter Leidenschaft ist Reintraut Schmidt-Wien mit ihrem Rotationstheater ins Jahr 2008 gestartet. Die Chefin hat wieder viel vor. Auch im Rotations-Café, dass vergangenes Jahr eröffnet wurde.
„Flitterwochen“, die Theater-Aufführung der Wuerfelbühne Junges Theater Hagen e.V. am Samstag, war typisch für das Rotationstheater, Lenneps Kleinkunst-Idyll. Ein wenig intellektuell, sehr launig, ein bisschen schräg mit einem Hauch von Ungewohnt, innovativ und – natürlich – hautnah. Woche für Woche verzaubert Reintraut Schmidt-Wien seit 18 Jahren mit ihren Veranstaltungen durch die Sicht der „kleinen“ Kunst auf die große Welt das Publikum. So auch im Jahr 2008, das im Rotationstheater mit einer Folge von gleich vier Veranstaltungen (seit Donnerstagabend) startete.
Gute Startrampe
Kabarett, Comedy, Musik, Travestie und Theater präsentieren sich in den Räumen, in denen früher die Rotationsmaschinen der Bergischen Morgenpost täglich Schwarz-auf-Weißes lieferten, bunt, poppig und schrill. Für Kinder finden regelmäßig Aufführungen mit Kindertheater und Puppenspiel statt.
Highlights 2008
Horst Fyrguth, „Scheitern als Chance – ein Waldorfschüler schlägt zurück“ (Samstag, 09. Februar), Jens Claassen, „Angstfrei Drucken“ (im Café am Sonntag, 24. Februar), rhein-türkisches Kabarett Harem Globetrotters, „Passt schon!“ (Freitag, 11. April),
Jens Neutag, Vorpremiere „Streik ist geil“ (Samstag, 21. Juni).
Mittlerweile genießt Remscheids kreativer Künstler-Keller den Ruf, eine erfolgreiche Startrampe für Kleinkunst-Debütanten zu sein. „Hier haben sich viele Künstler ihre ersten Sporen verdient“, weiß Schmidt-Wien. „Mario Barth, Johann König, Isabell Farell, Klaus-Jürgen Deuser, Heinz Gröning – sie alle erprobten ihre Akzeptanz bei uns auf der Bühne.“ Natürlich gehe nicht jeder Start ab wie eine Rakete, fügt sie hinzu, aber ihr mache es Spaß, neue Künstler zu fördern.
Mit Herzblut, Leidenschaft und professioneller Ruhe meistert sie auch Rückschläge, wie im August vergangenen Jahres die Regen-Katastrophe. Das gesamte Rotationstheater stand unter Wasser. Da machte sich Schmidt-Wiens idealistischer Einsatz für junge Künstler bezahlt. Der in Lennep geborene Kabarettist Jens Neutag reagierte prompt und organisierte die Benefizgala „Auferstanden aus den Fluten“.
Seit 2007 ergänzt das Rotations-Café die Theater-Bühne. In 2008 gibt es – beginnend am 16. Januar – an jedem dritten Mittwoch im Monat im Cafe Gitarrenmusik mit dem Wuppertaler Gitarrero Kai Heumann. „Da wird dann auch sporadisch der Hausherr zur Klarinette greifen“, sagt Johannes Schmidt, Reintraut Schmidt-Wiens Gatte.
„Vielleicht bekommen wir ja auch noch die fehlenden vier Klein-Anzeigen für unser nächstes gedrucktes Programm“, hofft Reintraut Schmidt-Wien. „Ohne dieses Programmheft fehlt mir etwas.“
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