Remscheid: Kündigung für Kino-Betreiber
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 14.02.2012Remscheid (RP). Der Eigentümer des Metropol-Kinos will Betreiber Peter Pickl Ende Februar vor die Tür setzen. Grund: Der vertraglich zugesagte Umbau auf 3-D-Technik sei nicht vollzogen. Pickl wehrt sich und moniert seinerseits Investitionsstau.
Dem Metropol-Kino auf der Alleestraße droht ein erneuter Betreiberwechsel. Der Eigentümer der Immobilie, Heinz-Peter Schmitz, hat Kinobetreiber Peter Pickl zum 29. Februar den Mietvertrag gekündigt. Als Grund nennt Schmitz die nicht erfolgte Umrüstung des Kinos auf die moderne 3-D-Technik. Zu dieser Umrüstung habe sich Pickl als neuer Betreiber im Frühjahr 2011 vertraglich verpflichtet – und schiebe die Umsetzung seitdem immer wieder heraus. Schon zu Ende Dezember 2011 habe Pickl daher die Kündigung erhalten, sagte Schmitz gestern. Dann habe er sich noch einmal auf eine Verlängerung der Frist eingelassen. Nun aber sei Ende Februar Schluss, "wenn in den nächsten 14 Tagen nicht noch ein Wunder geschieht", sagt Schmitz.
Ohne Spätvorstellung
Spätvorstellungen Gibt es seit Dezember nicht mehr.
Grund Anwohner hatten sich über Lärmbelästigungen nach 22 Uhr beschwert.
Letzte Vorstellung Beginnt im Metropol um 20 Uhr.
Wegbrechende Einnahmen
Peter Pickl sieht Schmitz' Kündigung nur als Reaktion auf Forderungen, die er seinerseits an den Vermieter hat und die er nicht erfüllt sieht. Seine Darstellung: Im Kino an der Alleestraße gibt es einen großen "Investitionsstau", der einen normalen Kinobetrieb unmöglich mache. Als aktuell größtes Problem nennt Pickl eine nicht ausreichend funktionierende Heizungsanlage. Wie berichtet, werden in zwei von vier Sälen des Metropol-Kinos seit vergangener Woche keine Filme mehr gezeigt, weil es dort zu kalt ist. "Zwölf bis vierzehn Grad" habe er gemessen, sagt Pickl. Das sei unzumutbar für die Kinobesucher. Es habe Beschwerden gegeben.
Die dadurch wegbrechenden Einnahmen nennt Peter Pickl als einen zentralen Grund, warum er die 3-D-Technik noch nicht angeschafft habe. "Ich habe ein Kino zum Betrieb eines Kinos angemietet. Das wird mir unmöglich gemacht." Aus seiner Sicht muss die Heizungsanlage komplett ersetzt werden. "Das ist wie bei einem Auto, das hält auch keine hundert Jahre." Doch hier gebe es keine Einsicht beim Vermieter. Auch bei der nötigen Schalldämmung im Saal 1, der nach Beschwerden von Anwohnern über Lärmbelästigung nötig wurde, sieht sich Pickl von Schmitz allein gelassen.
Von einem Investitionsstau will Schmitz nichts wissen. Vielmehr sei Pickl offenbar trotz Hilfe seinerseits technisch nicht in der Lage, die Heizungs-Anlage im Metropol richtig zu bedienen.
Im Falle eines Rauswurfs von Pickl soll die Leinwand im Metropol nicht dunkel bleiben. Für das Kino werde er einen neuen Betreiber finden, sagt Schmitz, der in der Branche tätig ist und am Wochenende in einem anderen Kino den ersten 3-D-Film zeigte. Zur Not werde er das Kino selber betreiben. Mehr als eine Woche werde das Metropol nicht leer stehen, verspricht er.
Die Bergische Morgenpost lohnt sich Tag für Tag - jetzt testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



