Remscheid: LEG – Hilfe direkt vor der Haustür Mieterbeirat – Rücktritt
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 30.10.2006 - 23:00Remscheid (RPO). Das Vertrauen der Remscheider LEG-Mieter in die Politik der Landesregierung wird zurzeit auf eine harte Probe gestellt. Sollen sie den Versprechungen glauben, dass der Käufer ihrer Wohnungen strenge Auflagen erfüllen muss? Oder geht’s bei so einem Deal nicht immer doch nur um pure Gewinnmaximierung – ohne Rücksicht auf menschliche Schicksale?
Die Mieter sind wütend, enttäuscht, verunsichert. Das ist verständlich. In der LEG finden viele seit Jahrzehnten einen lieb gewonnenen Partner bei allen Problemen. Viele können sich ein Leben ohne die Hilfe der LEG nicht vorstellen: Hauswarte als direkte Ansprechpartner, regelmäßige Sprechstunden – kurzum: Hilfe direkt vor der Haustür.
Bleibt nur zu hoffen, dass bei einem Verkauf der LEG die Menschlichkeit nicht auf der Strecke bleibt.
Zu den Unruhen nach Bekanntwerden des geplanten Verkaufs der LEG-Wohnungen kommen jetzt personelle Querelen im Mieterbeirat Klausen: Nach nur acht Monaten im Amt hat die Vorsitzende Rosemarie Kasfeld ihren Posten geräumt.
„Die Zusammenarbeit hat nicht so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe“, sagte sie gestern im Gespräch mit der BM. Sie habe einen vernünftigen Informationsfluss vermisst. Es sei blauäugig zu glauben, Informationen von der LEG-Zentrale würden nicht gefiltert nach Remscheid transportiert.
Sie fürchtet, dass der Verkauf der LEG nur auf Kosten der Mieter geht. „Das Vertrauen in die LEG ist weg“, meint sie. Die Stimmung bei den Mietern bezeichnet sie von „wütend“ bis „resigniert“. Zuletzt sei es sogar schwierig gewesen, die LEG-Mieter für die Unterschriftenaktion des Beirates gegen den Verkauf zu motivieren. „Da haben eher die anderen Bürger mitgemacht.“
Gar nicht unglücklich über den Rücktritt von Rosemarie Kasfeld zeigte sich Beiratssprecher Michael Damaschke. „Das beflügelt uns eher“, meinte er. Nachfolgerin von Rosemarie Kasfeld sei die ehemalige Stellvertreterin Aynur Dogan.
Auch Damaschke führt viele Gespräche mit Mietern. „Die Menschen haben Angst, aber wir können nur abwarten. Wir resignieren nicht. Gibt es einen neuen Käufer, der Theater macht, werden wir uns wehren“, kündigt er an.
Damaschke fürchtet, dass die Menschen bei einem Verkauf an einen privaten Investor in der Anonymität verschwinden und der neue Käufer die Wohnungen als Kapitalanlage anbietet. „Denn wer das Objekt kauft, ist kein Wohltäter, sondern will Profit machen.“
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