Remscheid: LEG – Mieter haben Angst
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 30.10.2006 - 23:00Remscheid (RPO). Der geplante Verkauf der Wohnungen sorgt für viel Unruhe und Unsicherheit. Geschäftsführer Andreas Vondran kündigt aber an, dass alle Sanierungen und Wohnumfeldmaßnahmen fortgesetzt werden.
„Die Verunsicherung ist riesig“, sagt Andreas Vondran. Der Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Wohnen in Remscheid führt in diesen Tagen viele Gespräche mit Mietern. Denn der vom Land beschlossene Verkauf ihrer Wohnungen schürt Ängste. „Die Mieter sorgen sich um die Höhe ihrer künftigen Mieten, fürchten bei einem Verkauf an einen privaten Investor sowohl die Umwandlung in Eigentumswohnungen, als auch Einbußen beim Service, den sie von der LEG seit Jahrzehnten gewohnt sind“, erläutert er.
Noch gibt es in Klausen ein großes LEG-Büro und in den Stadtteilen dezentrale Hauswartbüros – für den direkten Kontakt zu den Mietern. An den Verkauf der Wohnungen sind zwar strenge Bedingungen geknüpft, aber die Mieter sind skeptisch. „Wir haben über Jahre ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, doch jetzt fragen sich die Menschen, wie es mit den Sanierungen weitergeht, wie die sozialen Planungen im Rahmen der Wohnumfeldverbesserung künftig aussehen“, betont Vondran.
Viel investiert
In den vergangenen Jahren hat die LEG in ihre 2100 Wohnungen in Remscheid viel investiert: 1999 starteten die Sanierungen in Klausen (952 Wohnungen). Bislang wurden dort 18 Millionen Euro ausgegeben. Maßnahmen an der Lockfinker- und der Hülsberger Straße laufen derzeit noch.
In Hackenberg (400 Wohnungen) wurden neun Millionen Euro investiert. Die Sanierungen sind bis auf Arbeiten an der Max-von-Laue-Straße abgeschlossen.
Die Kaltmieten bei der LEG liegen zurzeit im Schnitt zwischen vier und 4,80 Euro pro Quadratmeter.
Prädikat „familienfreundlich“
Wenn die Wohnungen von einem privaten Investor gekauft werden, fürchten die Menschen den Verlust von Kultur im Stadtteil. „Klausen wurde 2005 für Kinder- und Familienfreundlichkeit ausgezeichnet“, erläutert Vondran, „Schilder, die das Betreten des Rasens verbieten, gibt es bei uns nicht.“ Der LEG-Geschäftsführer betont, dass laufende Maßnahmen nicht gestoppt werden. „Das Sanierungsprogramm wird fortgesetzt. In den Wohnungen haben wir die Heizung erneuert, für Wärmedämmung gesorgt, Türen erneuert, Treppenhäuser gestrichen, neue Fenster eingebaut und in den Erdgeschosswohnungen Mietergärten angelegt“.
Doch nicht nur Sanierungen sind der LEG wichtig. Auch ins Umfeld wird kräftig investiert: 150 000 Euro fließen in die Umwandlung des Klausener Waschhauses in ein Senioren- und Begegnungszentrum. „Hier wollen wir kurzfristig aktiv werden und setzen auf Nachhaltigkeit“, sagt Vondran. Auch die Wohnumfeldplanung werde forciert: Spielflächen, Wege, Grünflächen, Bewegungsräume – das alles gehöre für die LEG zu einem lebenswerten Umfeld dazu. Geplant ist auch ein Ladenzentrum in Klausen – behindertenfreundlich, mit neuer Beleuchtung, frischer Farbe.
„Wirtschaftlicher Erfolg und langfristige Planung schließen sich nicht aus“, meint Vondran. Immer häufiger bekommt er Anrufe von Handwerkern aus Remscheid, die Angst haben, einen großen Arbeitgeber zu verlieren. „Wir machen auf jeden Fall weiter“, betont er, „auch wenn viele an der Glaubwürdigkeit der Politiker zweifeln.“
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