Remscheid: LEG-Verkauf – Sorgen bleiben
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 30.09.2008Remscheid (RPO). Die Bewohner Klausens leben noch in Unsicherheit. Nach der Privatisierung der LEG weiß niemand, ob die Mieten erhöht werden. Projekte wie die Neubelebung des Waschhauses liegen auf Eis.
LEG Wohnungen
In Remscheid besaß die LEG 248 Wohnungen in Klausen und in Lennep. 2007 investierte die LEG rund 3,4 Millionen Euro in die Wohnungen. In Klausen liegt die Warmmiete bei acht Euro/Quadratmeter
Bisherige Bericherstattung unter www.rp-online.de/remscheid
Die Bewohner der LEG-Wohnungen in Klausen wissen immer noch nicht, ob sie mit Erhöhung ihrer Mieten rechnen müssen und ob die Wohnungen weiterhin so gut in Schuss gehalten werden. „Niemand weiß, wie es weitergeht. Das ist ein unangenehmer Schwebezustand“, sagt Barbara Schulz, die bei den Lüttringhauser „Schlawinern“ für die Stadtteilarbeit zuständig ist und ihr Ohr ganz nah bei den Mietern hat, auf Nachfrage der BM. Ungewiss sei, ob und wie es mit geplanten Projekten wie dem Umbau des alten Waschhauses weitergehe.
In den ehemaligen Gemeinschafts-Waschräumen soll unter der Trägerschaft der Schlawiner ein Beratungs- und Begegnungszentrum entstehen – insbesondere für die vielen älteren Menschen im Viertel. Den Umbau wollte die LEG finanzieren. „Die Architektenpläne sind fertig, jetzt können wir nur abwarten“, stellt Schulz etwas resigniert fest. Mit dem Vorsitzenden des Dortmunder Mietervereins, einer der Mitbegründer der Volksinitiative gegen den LEG-Verkauf, werde man weitere Gespräche führen, um auf dem Laufenden zu bleiben.
Ein Rückblick: Im Sommer wurde die Privatisierung der LEG besiegelt. Trotz erheblicher Proteste und Unterschriftensammlungen wurde auch die Immobilien in Klausen und auf dem Hackenberg an den Immobilienfonds Whitehall der US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs verkauft. Dieser eilte der Ruf voraus, auf dem Markt wie eine Heuschrecke zu agieren. Im Zuge der Finanzkrise in den Vereinigten Staaten warf auch sie als einer der letzten Investmentbanken das Handtuch, fortan agiert sie als normale Geschäftsbank. Doch wie sich dies alles für die Menschen in den Siedlungen auswirkt, bleibt unklar.
Im September erhielten die Mieter von der LEG Wohnen GmbH in Düsseldorf einen Brief, der die Wogen der Aufregung zunächst etwas glättet. Das Schriftstück gilt als Ergänzung zum bestehenden Mietvertrag. Darin wird den Mietern bis zum 28. August 2018 ein Wohnrecht zugesichert – auch „gegen Eigenbedarfskündigungen und gegen Kündigungen gegen Verhinderung der angemessenen wirtschaftlichen Verwertung gesichert“ (z.B. zum Zwecke anderweitiger Bebauung). Mieter über 60 Jahre genießen darüber hinaus Kündigungsschutz. Dieser durch die Sozialcharta zugesicherte Schutz bleibe auch bestehen, wenn die Häuser an einen anderen Eigentümer weiterverkauft werden, heißt es darin.
„Der Verkauf der Wohnungen ist aber nicht ausgeschlossen“, folgert Aynur Dogan, Vorsitzende des LEG-Mieterbeirats in Klausen. Wenn Bewohner freiwillig fortziehen, würde der gute Zusammenhalt, die fast dörfliche Leben verloren gehen. Ein Signal für Mieterhöhungen gebe zurzeit zum Glück nicht. KOMMENTAR
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