Remscheid: Lenneper Händler wollen Stadion erhalten
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 28.12.2010Remscheid (RPO). Die Lenneper befinden sich zurzeit in einem Gewissenskonflikt. Nachdem Obi an der Wupperstraße 2007 schloss, wünschen sie sich dringend einen neuen Baumarkt. Allerdings stoßen die Überlegungen, den Baumarkt ausgerechnet auf dem Gelände des Röntgen-Stadions anzusiedeln und dieses dafür abzureißen, auf keinerlei Gegenliebe im Stadtteil.
"Über einen Baumarkt würden wir uns sehr freuen, aber die Frage ist, was gibt man dafür auf", sagt Dr. Gerhard Wollnitz, stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Lennep Offensiv". Auch Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins, wendet sich gegen die Pläne, das Röntgen-Stadion zu opfern: "Ich werde es mit Klauen und Zähnen verteidigen. Man darf es nicht aufgeben, ohne eine sinnvolle Alternative anzubieten."
Das Röntgen-Stadion beherrscht derzeit die Diskussionen in Lennep. Andere Themen, die den Einzelhandel vor einiger Zeit noch beschäftigt haben, gehen daneben unter oder geraten in Vergessenheit. Wer spricht noch vom geplanten "Boulevard Kölner Straße", der angesichts leerer Kassen fürs erste nicht gebaut werden kann? In der Schublade verschwunden sind auch die Pläne zur Bebauung des Alter Markt. In dem dreiteiligen Gebäudekomplex, der unter anderem das Toilettenhäuschen ersetzen sollte, sollten neben dem Standesamt auch Ladenlokale ihren Standort finden. Doch das Standesamt ist längst geschlossen, ebenso wie das Lenneper Bürgerbüro. Immerhin: Die Pizzeria, die zwischenzeitlich dort eingezogen ist, wurde von den Lennepern gut angenommen.
Leerstände bleiben offene Wunden
Offene Wunden sind hingegen Leerstände wie das ehemalige Warenhaus Hertie. Viele Lenneper befürchten, dass die Bausubstanz des denkmalgeschützten Gebäudes unter unentdeckten oder nicht behobenen Wasserrohrbrüchen leidet. Immer noch ungenutzt ist auch das zum Verkauf stehende Bahnhofsgebäude, das Amtsgericht oder der ehemalige RWE-Standort, der jetzt nur zum Teil von der Vaillant BKK genutzt wird.
Bedauern empfinden die Lenneper auch beim Anblick des ehemaligen Klee-Gartenfachmarktes, der nun seit genau einem Jahr leer steht. Könnte hier nicht viel besser ein Baumarkt seinen Platz finden? Die Stadtverwaltung prüft zurzeit diesen Vorschlag. Zu einem Publikumsmagneten hat sich hingegen das Pflanzencenter Kremer an der Grenze zu Lüttringhausen entwickelt. Zu Stoßzeiten bilden sich auf der Lüttringhauser Straße in beide Richtungen lange Staus.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



