Remscheid: „Lütteraten“ wollen kämpfen
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 25.04.2008 - 10:01Remscheid (RPO). Am Mittwochabend gründete sich ein Förderverein, der die von Schließung bedrohte Stadtteilbücherei Lüttringhausen erhalten und mit noch mehr Leben füllen will. Erste Aktionen wurden vereinbart.
Angespornt von über 3000 Unterschriften und der Resonanz auf ihre Gründungsversammlung haben die „Lütteraten“ am Mittwochabend ihre Arbeit aufgenommen. Der Förderverein zum Erhalt der Lüttringhauser Stadtteilbibliothek will vor allen Dingen erwirken, dass der Ratsbeschluss zur Schließung der Bücherei rückgängig gemacht wird.
Sie ist Teil eines Sparprogramms, mit dem der städtische Haushalt saniert werden soll.
Zur Vorsitzenden der Lütteraten wählten die Mitglieder Dr. Irmgard Brendler, die vor einigen Monaten den Anstoß zur Initiative zum Fortbestand der Bücherei gegeben hatte. Der junge Verein zählt immerhin bereits 18 Mitglieder, die das Vorhaben der Initiatoren unterstützen wollen. Christiane Radecki ist stellvertretende Vorsitzende.
Aufgrund des laufenden Mietvertrages bleibt den Lütteraten nun ein Zeitraum von zwei Jahren, um die Rahmenbedingungen für den Erhalt der Bibliothek an der Gertenbachstraße zu schaffen.
Dazu legten sie ein durchdachtes Konzept vor. Veranstaltungen wie zum Beispiel ein Lesecafé, eine Kriminacht und Lese-Wettbewerbe sollen Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren gleichermaßen ansprechen. Weiterhin wird überlegt, das Leistungsspektrum der Bücherei zu erweitern. Auf der Wunschliste stehen Literatur in türkischer oder chinesischer Sprache, Brettspiele oder komplette Klassensätze eines Buches.
Doch weiß der Vereinsvorstand natürlich auch, dass der Dreh- und Angelpunkt des Fortbestandes der Bibliothek ihre Finanzierung ist. „Ob wir hier unterstützend aktiv werden können, hängt davon ab, ob und welche Mittel wir dauerhaft zusammenbekommen“, hob Konrad Brendler hervor.
Christiane Radecki brachte daraufhin die Möglichkeit des „Fund-raising“, also das gezielte Sammeln von Sponsorenmitteln, Geld- und Sachspenden, aber auch von zeitlichem Engagement für das Projekt „Bücherei-Erhalt“ ins Gespräch.
„Wir brauchen Menschen, die zum einen nach ihren Möglichkeiten Geld schenken und zum anderen die Ärmel hochkrempeln“, sagte die stellvertretende Vorsitzende. Eines wurde aber während der Gründungsveranstaltung ebenso deutlich: Die „Lütteraten“ wollen eng mit Verwaltung und Politik zusammenarbeiten, die Stadt jedoch nicht aus ihrer Verantwortung für ihre ureigenen Aufgaben entlassen. Denn eine Bücherei brauche weiterhin eine professionelle Leitung, hieß es.
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