Remscheid: Lüttringhauser Riesenwurst
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 03.09.2008Remscheid (RPO). „Bergisch Gourmet für Licht“ heißt eine Spendenaktion zugunsten der Rathaus-Beleuchtung: Beim Bürgerfest zum 100-jährigen Bestehen des Baudenkmals wird eine 32 Meter lange Kottenwurst verkauft.
Rekordverdächtig, vielleicht sogar würdig fürs Guinessbuch ist die Riesenwurst, die ordentlich Geld in die Spendenkasse für die neue Rathausbeleuchtung in Lüttringhausen spülen soll. Urheber der witzigen und zugleich gemeinnützigen Inititiative ist Salvatore Lerose, Espressobar-Inhaber im Allee-Center und Initiator zahlreicher Hilfesaktionen. Diesmal geht es also um die Wurst.
Zum Bürger- und Vereinsfest anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Rathauses wird eine 32 Meter lange Kottenwurst auf 32 Meter Schwarzbrot unter dem Titel „Bergisch Gourmet für Licht“ für den guten Zweck verkauft. Die Länge des Wurtsbrotes entspricht genau der Höhe des Rathaus-Turms, der zum Geburtstag bereits beleuchtet sein wird. Rund 22 000 Euro fehlen noch, um das Gesamtkonzept zu verwirklichen, bilanzierte gestern Christiane Heinrich, die die Öffentlichkeitsarbeit für die Aktion „Bergisch Gourmet für Licht“ übernommen hat.
Wer hilft noch mit?
Das Rathaus-Jubiläum wird am 19. und 20. September in und an dem Baudenkmal gefeiert.
Zu Beginn der Festivitäten soll die erste Stufe des Beleuchtungskonzeptes realisiert sein.
Ab Samstagmittag wird die Riesen-Kotterbutter vor dem Rathaus verkauft. Eine Portion kostet drei Euro.
Wer beim Verkauf mithelfen möchte, melde sich bei Christiane Heinrich unter % 0 21 91/56 44 86.
Webers Herausforderung
In Marcus Weber von der Metzgerei Nolzen und Peter Beckmann, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei, fand Lerose tatkräftige Mitstreiter. Sie stiften die Zutaten für die Kottenbutter, die am laufenden Meter vor dem Rathaus verkauft wird. „Das wird nicht einfach sein, eine solch lange Wurst herzustellen“, gab Weber zu, der ein solches Experiment erstmals wagt.
„Ich bin Lüttringhauser, ich möchte etwas für mein Dorf tun“, sagte Salvatore Lersoe gestern im Pressegespräch zu seinen Beweggründen, in Privatinitiative etwas zur Finanzierung der Beleuchtung beizutragen. Bei einem guten Kaffee in einem Gespräch mit einem Freund sei ihm die Idee gekommen, berichtete der gebürtige Italiener, der im August das große Charity-Festival auf dem Theodor-Heuss-Platz mit einigen Partnern organisierte.
Und weil sein Herz am Stadtteil hänge und besonders für Kinder schlägt, soll die Hälfte des Erlöses auf dem Riesenwurst-Verkauf den „Lütteraten“ zufließen. Dieser Förderverein für die Stadtteilbücherei möchte die Bildungseinrichtung, die laut Sparkonzept der Stadt geschlossen werden soll, ins Blickfeld rücken und mit neuen Angeboten attraktivieren. „Das ist ein Treffpunkt, viele Kinder gehen dorthin und leihen sich Bücher und CDs aus“, sagte der vierfache Vater.
Für den Kottenbutter-Verkauf wünscht er sich noch fleißige Helfer, Menschen, die wie er Lüttringhausen „nach vorne bringen wollen“. Er sei aber fest davon überzeugt, dass die „Lütterkuser“ zusammenhalten und sich einsetzen. „Weil hier jeder jeden kennt und es nicht so anonym zugeht wie in einer Großstadt“, findet der gelernte Koch.
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