Remscheid: Manege frei für Buni und Patra
VON BJÖRN BLASS - zuletzt aktualisiert: 04.04.2007Remscheid (RPO). In 57 deutschen Städten gastiert der Zirkus Charles Knie in diesem Jahr. Gestern haben auf dem Schützenplatz die Aufbauarbeiten für den sechstägigen Aufenthalt in Remscheid begonnen.
Es ist frisch geworden. Die Heizung im Vogelwagen muss höher gedreht werden, die Zebras und Kamele spielen Fangen in ihrem Gehege. Nebenan wird das Raubtiergehege ausgemistet, die Elefantendamen werden zum Fototermin geführt – Berufsalltag im Zirkus Charles Knie. Der Großzirkus schlägt seine Zelte auf dem Schützenplatz auf. Geschäftsführer Sascha Melnjak erhofft sich ideale Bedingungen. Vom 4. bis 9. April heißt es „Manege frei“ für das Traditionsunternehmen. Der Chef betrachtet seinen Zirkus als mittelständischen Betrieb. Fernab der Vagabunden-Romantik prägt eine hohe Professionalität das Alltagsgeschäft. „Wir haben über 70 Mitarbeiter aus zwölf Nationen, die alle ihren eigenen Arbeitsbereich haben. Ohne Spezialisierung und Planung kann ein so großer Zirkus wie unserer gar nicht funktionieren“, erklärt der gelernte Großhandelskaufmann.
Programm
Premiere ist heute, 15.30 Uhr, mit einer großen Familienvorstellung auf dem Schützenplatz. Karten kosten in allen Kategorien zehn Euro (Loge: 15 Euro). Bis 9. April gibt es pro Tag zwei Vorstellungen – Mittwoch, Donnerstag, Samstag und Sonntag, 15.30 und 19.30 Uhr; Karten: 12 bis 24 Euro (Kinder: zehn bis 22 Euro).
Am Ostermontag gibt es Vorstellungen um 11 und 15.30 Uhr, da dann die nächste Stadt auf der Tournee des Großzirkus wartet.
Info/Karten: Tel. 01 71/94 62 456.
Dennoch steht das Miteinander an vorderster Stelle – auch zwischen Mensch und Tier. Seit Januar führt der erst 32-Jährige den Zirkus und folgt der Philosophie von Gründer Charles Knie, der der großen schweizerischen Zirkusdynastie Knie angehört. „Wir investieren in erster Linie in die Vorstellungen. Es soll keine Abfolge von Nummern sein, sondern ein in sich geschlossenes Programm. Qualität zahlt sich aus, das merkt man auch beim Publikum“, sagt Melnjak bei einem Pressegespräch. So wechselt das Programm und bietet immer neue Höhepunkte, wie den Briten Alexander Lacey und seine Raubkatzen. Er zählt zur Weltspitze der Raubtierdompteure, lebt und arbeitet mit seinen Tieren 24 Stunden am Tag. „Du kannst sie trainieren, aber du kannst sie nicht zähmen“, sagt er respektvoll.
Auch dies ist ein Teil der Firmenphilosophie: das Wohl und der Respekt vor den Tieren. So kann es auch sein, dass Nummern aus dem Programm genommen werden, wenn es einem Tier nicht gut geht. Das gilt auch für den Fototermin der drei indischen Elefantendamen Coutney, Patra und Buni. Der Wind macht den 38, 48 und 56 Jahre alten Großsäugern zu schaffen, die Zeit ihres Lebens im Zirkus sind. Trotz ihrer Erfahrung erschrecken sie sich auf ihrem Weg vom Fototermin vor Kamel Tamir, das unschuldig in die Gegend blickt. Von Lagerkoller kann bei den Tieren aber dennoch nicht die Rede sein. Sie sind in großzügigen Gehegen untergebracht.
Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen will, kann dies am Karfreitag tun, wenn das Zelt geschlossen bleibt. Der Zirkus öffnet von 10 bis 13 Uhr für einen Blick hinter die Kulissen – mit Tierschau, Ponyreiten sowie Dressur- und Artistenprobe (Eintritt: fünf Euro).
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