Remscheid: Mann filmt Mädchen im H2O
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 26.02.2011Remscheid (RPO). Die Polizei hat jetzt die Wohnung eines 38-jährigen Wuppertalers durchsucht. Ihm wird vorgeworfen, eine 13- und eine 14-Jährige beim Umkleiden gefilmt oder fotografiert zu haben. Im Freizeitbad hat der Mann Hausverbot.
Ein 38 Jahre alter Mann soll am Donnerstag, 6. Januar, im Lenneper Freizeitbad H2O zwei Mädchen beim Umkleiden mit seinem Handy gefilmt oder fotografiert haben. Die 13 und 14 Jahre alten Jugendlichen, die aus Radevormwald stammen, haben Anzeige erstattet. Jetzt durchsuchte die Polizei die Wohnung des Mannes. Er lebt in Wuppertal. Sie stellte neben dem Handy einen PC, ein Laptop und mehrere Festplatten sicher. Sie werden ausgewertet. Das berichtet Polizei-Pressesprecher Alexander Kresta auf BM-Anfrage.
Plötzlich ein Handy entdeckt
Beide Mädchen befanden sich zur Tatzeit um 22.50 Uhr gemeinsam in einer Umkleidekabine. Dort tauschten sie ihre nassen Badesachen gegen trockene Straßenkleidung aus. Als sie dabei auf den Boden schauten, entdeckten sie ein schwarz-silbernes Handy, das der Täter von der Nachbarkabine aus unter der Trennwand hindurch streckte. Zwischen Hallenboden und Trennwand gibt es eine Lücke.
So ist's richtig
Die Gefahr Schwimmbad, Sporthalle, Bus: Kinder können an vielen Orten belästigt werden.
Der Tipp Kinder, die etwas Verdächtiges bemerken, sollten sich umgehend an eine Aufsichtsperson wenden. Das rät Polizei-Pressesprecher Michael Bartsch. Nur dann bestehe eine Chance, den Täter festzunehmen. Die Mädchen hätten genau richtig gehandelt.
Erschrocken verließen die Jugendlichen die Kabine und informierten einen Bademeister. Dieser rief daraufhin die Polizei, die den Mann festnahm. Gegen ihn wird wegen "Beleidigung auf sexueller Grundlage" und "Verletzung der Persönlichkeitssphäre" ermittelt. Bislang sei der Mann mit derlei Delikten noch nicht in Erscheinung getreten, sagt Kresta. Für gewöhnlich speichere dieser Täterkreis seine Bilder auf einem Rechner ab. Daher erhofft sich die Polizei von der Auswertung der Computer weitere Hinweise.
Laut Stadtwerke-Chef Thomas Hoffmann werden Kinder und Jugendliche im Freizeitbad selten belästigt. "Solche Fälle kommen ab und zu mal vor", sagte er der BM, ohne eine Zahl zu nennen. Jährlich besuchen 120 000 Mädchen und Jungen im Alter von bis zu 13 Jahren das H2O. Die rund 100 Mitarbeiter seien geschult, verdächtige Vorgänge wahrzunehmen. Sie seien angehalten, sensible Bereiche wie die Kabinen im Blick zu haben. In manchen Bereichen – dort, wo es mit dem Datenschutz vereinbar sei – gebe es eine Video-Überwachung, sagt Hoffmann. Darauf werden die Besucher am Eingang hingewiesen.
Bade- und Saunagäste, die durch unangenehmes Verhalten auffallen, erhalten ein Hausverbot auf Lebenszeit, berichtet Hoffmann. Das war auch bei dem 38-jährigen Wuppertaler so. Ihm gegenüber wurde das Hausverbot noch am Tattag ausgesprochen. Hundertprozentigen Schutz vor solchen Taten gebe es jedoch nicht, sagt Hoffmann: "Wer will, kann so etwas immer tun. Man hat nie eine Sicherheit."
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