Remscheid: Mehr Platz für Arntz-Nachlass
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 12.12.2009Remscheid (RPO). Im Hause Cleff des Historischen Zentrums wurde ein Gerd Arntz-Zimmer eingerichtet. Hier können Fachleute und Museumsbesucher Dokumente des Remscheider Künstlers studieren. Er stammte von der Familie Cleff ab.
Studienmaterial
Exponate Im Gerd-Arntz-Studienraum findet sich weiterhin der Bestand an Werkzeugkatalogen des Historischen Zentrums. Darunter sind Exemplare, die bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zurückreichen. Auch dieses Material kann in Augenschein genommen werden. Kontakt zum Historischen Zentrum, Cleffstraße 2 - 6, Tel. 02191 162519.
Mit der Einrichtung des Gerd-Arntz-Studienraumes im Museum Haus Cleff geht ein lang gehegter Wunsch des Historischen Zentrums in Remscheid in Erfüllung. In dem kleinen, frisch renovierten Zimmer konnte der Nachlass des berühmten Sohnes der Stadt zusammengeführt werden. Hinzu kommen mehrere Kartons an Materialien aus dem persönlichen Besitz des Künstlers, der dem Museum von dessen inzwischen verstorbenem Sohn Peter übergeben wurde.
Wertvoller Bildatlas
Auch der wertvolle Bildatlas, der von Gerd Arntz gestaltet und als eigenes Exemplar zurückgehalten wurde, wird nun im neuen Gerd-Arntz-Zimmer präsentiert. "Da Arntz, dessen Mutter eine geborene Cleff war, aus diesem Haus stammt, ist der Nachlass hier besonders gut aufgehoben", sagte Dr. Urs Diederichs, Leiter des Historischen Zentrums, erfreut.
Der Förderkreis des Deutschen Werkzeugmuseums hatte sich für die Einrichtung des Raumes stark gemacht und die Ausstattung mit 3000 Euro bezuschusst. Aus der ehemaligen Abstellkammer, die durch einen Wasserschaden zur Lagerung von Archivalien nicht genutzt werden konnte, ist ein freundlich gestaltetes Zimmer geworden, das sich für die Erforschung des Materials anbietet. "Uns war es wichtig, der Öffentlichkeit den Nachlass zugänglich zu machen", sagte Förderkreis-Vorsitzender Gernot Tödt. Das Remscheider Museum ist einer von vier Standorten, an denen wichtige Dokumente aus dem Vermächtnis des gesellschaftskritischen Grafikers verwaltet werden. Neben Museen in Den Haag und Amsterdam sowie der Universität im englischen Leeds hält das Historische Zentrum einen bedeutenden Teil der Hinterlassenschaft des am 11. Dezember 1900 geborenen Fabrikantensohnes vor. "Peter Arntz hat dafür gesorgt, dass der Nachlass seines Vaters verteilt wird", erklärte Diederichs. In Remscheid findet man unter anderem persönliche Skizzenbücher aus Arntz' Kindheit und Jugend, Schriftwechsel, Briefe und Bücher aus seiner privaten Bibliothek.
Etliche dieser Werke dienten dem Künstler, um neue Ideen zu der von ihm entwickelten, leicht verständlichen Bildsprache zu sammeln. "Arntz hat immer versucht, den Stoff intellektuell zu durchdringen, bevor er ihn in Bildmotive umsetzte", erläuterte der Museumsdirektor. Der erste Diplomand, der sich mit den Dokumenten befassen will, hat sich bereits für die nächste Woche angekündigt. Studierende können sich nach Anmeldung im Studienraum ausführlich mit Leben und Werk Arntz' befassen. Museumsbesucher werden von der Museumsaufsicht gerne in den Raum geleitet.
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