Remscheid: Mehr Unfälle in Remscheid
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 26.02.2008Remscheid (RPO). Mehr Verkehrstote und mehr Unfälle mit Kindern gab es im letzten Jahr. Im Landesvergleich gehört das Bergische Städtedreieck aber weiter zu den sichersten Regionen NRWs.
„Unsere Arbeit trägt Früchte“, freute sich Polizeipräsident Joachim Werries gestern vor der Presse, als die Unfallzahlen für 2007 vorgestellt wurden. Die sind zwar im Bereich des auch für Remscheid und Solingen zuständigen Polizeipräsidiums Wuppertal gegenüber dem Vorjahr (+0,3 Prozent) leicht angestiegen. Im Landesvergleich aber liegt die Region auf Platz 4 von 47. Im letzten Jahr war man noch auf Platz 6. Sicherer leben Verkehrsteilnehmer in NRW nur noch in ländlichen Regionen.
Aufgeschlüsselt auf die drei Städte ist das Bild differenzierter. Remscheid hat vor allem bei den Unfällen mit Personenschäden (+10,9) Prozent) einen satten Zuwachs zu verzeichnen. Die Zahl der Unfälle mit Kindern nahm sogar um 15,2 Prozent zu. 53 waren es im letzten Jahr. Glücklicherweise war kein tödlicher Unfall dabei. Bei den Erwachsenen hatte Remscheid mit fünf Toten den höchsten Wert seit fünf Jahren erreicht.
Immer mehr Autos
Noch nie waren so viele Kraftfahrzeuge im Bergischen Städtedreieck zugelassen wie im letzten Jahr. 387 503 Fahrzeuge waren in 21 760 Verkehrsunfälle verwickelt. Das sind 56 Unfälle auf 1000 Kraftfahrzeuge.
Die häufigsten Unfall-Ursachen sind überhöhte Geschwindigkeit, Vorfahrtsfehler und fehlender Abstand.
Blickt man genauer hin, sieht man, dass die Mehrzahl der Kinder nicht als aktive Verkehrsteilnehmer, sondern als Mitfahrer verletzt wurden. „Das kann auch ein Unfall mit einem Schulbus sein“, sagte Dittmar Hoga, der die im September 2007 neu eingerichte Direktion Verkehr bei der Polizei leitet. Oder aber Verletzungen, die entstehen, weil Kinder im Auto nicht richtig angegurtet wurden.
Ein sensibles Thema, wie auch die Schwerpunktaktion der Polizei „NRW mit Gurt“ in den letzten zwei Wochen zeigte. 287 Gurtmuffel ermittelte die Polizei alleine in Remscheid.
Aktionen wie diese wird es künftig häufiger geben. „Wo wir bedenkliche Entwicklungen sehen, werden wir aktiv“, sagte Hoga. Gut möglich, dass sich die Polizei in diesem Jahr auch wieder der Fußgänger-Sicherheit annehmen wird. Hier gehört das Bergische Land bei den Unfallzahlen auf Platz 44 zu den schlechtesten Regionen in NRW.
Bei Kontrollen – ob nun an der Fußgängerampel oder mit Messgerät auf der „Motorrad-Rennstrecke“ L 74 – stehe immer der sensibilisierende Effekt im Vordergrund, betonte Werries. „Wir wollen kein Geld in die Kasse holen“. Als Beweis dafür kann dienen, dass die Zahl der Verwarnungsgelder und Strafanzeigen 2007 trotz verstärkter Kontrollen rückläufig war.
Auch um die Zweirad-Sicherheit will man sich zu Beginn der bald startenden Motorradsaison wieder kümmern. Noch aber sucht die Polizei einen Ort, wo sie möglichst viele Biker erreicht. Das „Cafe Hubraum“ in der Kohlfurth, wo man immer viele Kradfahrer antraf, steht nach einem Pächterwechsel als Partner der Polizei nicht mehr zur Verfügung.
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