Remscheid: Metropol – Vorstellung für Behinderte
VON CHRISTIAN PEISELER - zuletzt aktualisiert: 18.08.2011Remscheid (RP). Trotz der Absicht von Betreiber Peter Pickl, das Metropol-Kino zu verkaufen, werden in den vier Kinosälen an der Alleestraße weiter wie bisher neue und aktuelle Filme gezeigt.
Das versicherte am Mittwoch Peter Pickl und wehrt sich gegen Behauptungen, die Verleiher würden ihm keine Filme mehr schicken, weil es atmosphärische Störungen mit einigen Kinobesuchern gebe. Nobert Kopes vom Disney-Verleih in München bestätigt gegenüber der BM, dass es von den Verleihern eine Belieferungspflicht gebe. An diese werde man sich weiter halten. "Wir sind allerdings nicht begeistert von der Art und Weise des Herrn Pickl", räumte Kopes ein. Der Verleih prüfe, was in diesem Fall zu tun sei, damit solche Geschichten wie mit dem behinderten Justin in Zukunft nicht mehr vorkommen.
Film "Cars 2" für fünf Euro
Pickl hatte dem viereinhalbjährigen Justin und seiner Mutter den Zutritt zu dem Animationsfilm "Cars 2" verwehrt, weil der am Down-Syndrom leidende Junge in seinen Augen zu unruhig gewesen sei. Er hätte andere Besucher stören können. Das empörte die Mutter. Der Vorfall schlug hohe Wellen. "Vielleicht war es eine falsche Entscheidung, ich weiß es nicht", sagte Pickl am Mittwoch gegenüber der BM.
Er habe keinerlei Vorurteile gegen Menschen mit Behinderungen. Um diesen Eindruck zu unterstreichen, bietet das Metropol-Kino am Mittwoch, 24. August, 14.30 Uhr, eine Sondervorstellung von "Cars 2" für Menschen mit Behinderung an. Eintrittspreis fünf Euro. Rollstuhlfahrer werde ein Platz vor der ersten Reihe angeboten. Die Sondervorstellung ist auch eine Reaktion auf die Verstimmungen mit einer Gruppe von Rollstuhlfahrern. Sie seien aus Brandschutzgründen abgewiesen worden. Zudem hätten die Begleitpersonen keine Ermäßigung wie früher bekommen.
Karl-Heinz Bobring, Vorsitzender des Behindertenbeirates, begrüßt die Initiative Pickls. Sie käme aber ein bisschen spät. Vor vier Wochen habe er das Gespräch mit Pickl gesucht, um die Probleme zu besprechen. Doch Pickl habe nicht angemessen reagiert. Danach haben sich die Dinge hochgeschaukelt, sagt Bobring.
Hochschaukeln kann sich auch ein Streit zwischen Pickl und der Remscheider Feuerwehr. Pickl behauptet, die Feuerwehr hätte bezüglich der Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen im Kino in der Öffentlichkeit falsche Aussagen gemacht. Es sei ein Verfahren gegen sie bei der Landesregierung anhängig. Sebastian Wagner, stellvertretender Chef der Feuerwehr, kennt keine Klage. Prinzipiell gelte für das Kino, dass Flucht- und Rettungswege offenbleiben müssen. Aber ein bis zwei Rollstühle im Gang seien eigentlich kein Problem.
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