Remscheid: Mit BuS in den Beruf
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 19.01.2011Remscheid (RPO). Mit einer speziellen Klasse für lernmüde Schüler hilft die Hauptschule Wilhelmstraße Jugendlichen beim Übergang in den Beruf. Theorie und Praxis sind eng verzahnt.
Die "BuS-Klasse" für lernmüde Schüler ist eine feste Institution der Hauptschule Wilhelmstraße. Sie hat in den vergangenen zehn Jahren vielen Schülern den Weg in den Beruf geebnet – auch wenn der ganz schön steinig war. "Da wir nur wenige Schüler sind, kann ich mich viel besser konzentrieren", lobt Klassensprecher Can einen entscheidenden Punkten von "Betrieb und Schule".
Das Konzept der "BuS-Klasse": Die Schüler holen in einem Jahr das nach, was in der Vergangenheit nicht so gut geklappt hat. In einem Klassenverband werden Jugendlichen aus verschiedenen Schulformen zusammengefasst, bei denen der Hauptschulabschluss aus unterschiedlichen Gründen auf der Kippe steht. "Wir haben es mit lernmüden jungen Menschen zu tun – nicht mit Schulschwänzern", betont Friedbert Niehues, der sich mit seinem Kollegen Manfred Ebert die Klassenleitung teilt. In der "BuS"-Klasse sind Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt. An drei Tagen wird in der Schule in einer kleinen Lerngruppe der Unterrichtsstoff des neunten Schuljahrs durchgearbeitet. Der Fokus liegt auf Mathematik und Deutsch, wo es Defizite gibt.
Die BM checkt Schulen
Die Serie "Welche Schule soll mein Kind ab dem Sommer besuchen?" Diese Frage stellen sich Eltern von Viertklässlern. Mitte Februar sind die Anmeldetermine. Die BM will mit der Serie Schul-Check Entscheidungshilfe geben. Wir haben den Schulen einen – nach Schulform – einheitlichen Fragebogen zugesandt, den die Schulleitungen beantworteten.
Folge verpasst? Wenn Sie eine Folge nicht aufgehoben haben, schicken wir Ihnen den Fragebogen gerne zu. Schicken Sie eine Mail: redaktion.remscheid@bergische-morgenpost.de
Die anderen Tage verbringen die Schüler in einem Praktikumsbetrieb. Beim Dachdecker, Maler- und Lackierer, Friseur oder im Einzelhandel müssen die jungen Leute pünktlich erscheinen, zuverlässig mitarbeiten und einen ganzen Arbeitstag bestehen. Im Gegenzug lernen sie eine Menge und können sich im Arbeitsalltag beweisen. Wer Disziplin, Durchhaltewillen und Freundlichkeit demonstriert, kann bei Chef und Vorgesetzten punkten.
"In jedem Jahr schaffen wir es, dass Schüler durch diese besondere Förderung einen Ausbildungsplatz erhalten oder zumindest auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen", berichtet Schulleiter Heinz Braun.
Manche sind Spätzünder
Cihan zum Beispiel macht ein Praktikum in einer Autowerkstatt und ist zuversichtlich, im Sommer eine Lehrstelle antreten zu können. Die Lehrer wissen, dass einige Schüler länger brauchen, um die Schule erfolgreich abzuschließen: "Manche sind Spätzünder. Wenn sie erst einmal mit dem Beruf Kontakt haben, wird ihnen bewusst, dass sie für ihre Zukunft etwas tun müssen." Denn aus ihrer eigenen Verantwortung entlassen werden die Jugendlichen nicht. Sie müssen sich für die "BuS"-Klasse bewerben, die Eltern werden mit ins Boot geholt und Verträge zwischen Schule, Schüler, Elternhaus und Betrieb geschlossen. Mit dieser Betreuung, die auch nach Abschluss der Schulzeit noch anhält, kommt es immer wieder vor, dass Schüler doch noch den Abschluss schaffen.
"Wer seine Chance sucht, der bekommt sie", sagt Lehrer Niehues.
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