Remscheid: Mitarbeiter angezeigt - Skandal bei Arbeitsagentur?
zuletzt aktualisiert: 28.04.2008 - 14:11Remscheid (RPO). Mehrere Jobcenter haben laut einem ZDF-Bericht Arbeitslose in Stellen auf Flusskreuzfahrtschiffen mit Stundenlöhnen unter drei Euro vermittelt.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) bestätigte laut ZDF-Magazin "Frontal 21", dass solche sittenwidrigen Verträge mit Hilfe von mindestens sechs verschiedenen Job-Centern in Nordrhein-Westfalen geschlossen wurden. Die BA habe Fehler eingeräumt, das mit mehren hunderttausend Euro geförderte Arbeitslosenprojekt "Crewing - für Kreuzfahrtschiffe" sei vorläufig gestoppt worden.
Dem Magazin zufolge soll in einem Fall ein junger Arbeitsloser genötigt worden sein, einen rumänischen Arbeitsvertrag zu unterschreiben, der eine 70-Stunden-Woche für 850 Euro netto im Monat vorgesehen habe. Der Betroffene habe inzwischen bei der Staatsanwaltschaft Wuppertal Anzeige gegen Mitarbeiter der Arbeitsagentur Remscheid erstattet.
"Wir werden die Zusammenarbeit mit dem privaten Bildungsträger in Hamm jetzt intensiv überprüfen", sagte Werner Marquis von der nordrhein-westfälischen Regionaldirektion der BA in Düsseldorf dem Magazin zufolge. "Wenn sich herausstellen sollte, dass die Vorwürfe zutreffen, werden wir das Projekt sofort beenden." Die Gewerkschaft ver.di wertete die Fälle als Paradebeispiel für die Ausbreitung unzumutbarer Niedriglöhne. Der ver.di-Fachgruppenleiter Schifffahrt, Karl-Heinz Biesold, sprach von "sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen" auf Flusskreuzfahrtschiffen.
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