Remscheid: Montessori-Förderverein ist Buchpate
VON HAGEN THIELE - zuletzt aktualisiert: 19.06.2009Remscheid (RPO). Lüttringhausen Am 19. September diesen Jahres wird die Stadtteilbibliothek Lüttringhausen 100 Jahre alt. Dennoch droht wegen Budgetkürzungen die Schließung. Der Förderverein "Die Lütteraten" kämpft mit neuen Ideen für den Erhalt der Bibliothek. Eine davon ist eine Buchpatenschaft, die dazu beitragen soll, dass der Buchbestand trotz Sparzwang noch mehr erweitert werden kann, die Leser somit mehr Auswahl haben. Jetzt hat ein anderer Verein, der "Förderverein Maria Montessori", eine Patenschaft für zehn Bücher im Wert von etwa 100 Euro übernommen.
Buchbestand wird erweitert
Das Prinzip der Hilfe ist einfach: Der Pate kauft ein Buch, das auf einer Art Wunschliste der Lütteraten steht und stiftet es der Bibliothek. Im Gegenzug hat er ein Vorrecht es zu lesen. "Ich betrachte den Montessori-Verein als ein absolutes Vorbild", lobte Wolfgang Luge von den Lütteraten und fügte hinzu: "Es ist sehr selten, dass ein Verein einen anderen unterstützt. Vielleicht werden jetzt auch noch andere auf unser Patenschaftsprojekt aufmerksam." Ziel sei, eine Art Netzwerk aufzubauen. Der Montessori-Verein habe nun den ersten Knoten geknüpft. Durch die Spende hat sich vor allem das Angebot für Migranten verbessert. "Wir haben auf diese Weise Bücher erhalten, für die sonst das Geld fehlen würde", erklärte die Leiterin der Stadtteilbibliothek, Brigitte Scheid. Bei der Auswahl legten Bibliothek und Lütteraten Wert auf Zweisprachigkeit. So können türkischsprachige Kinder jetzt etwa "Hexe Lilli" sowohl in ihrer Muttersprache als auch in deutscher Sprache lesen.
Für Erwachsene gibt es Bücher türkischer Autoren, die allerdings in deutscher Sprache vorliegen. "Jeden vierten Mittwoch im Monat veranstalten wir eine Lesestunde. Türkische Mütter lesen auf Türkisch oder Deutsch vor. Die Kinder können sich die Bücher aussuchen und setzen sich auf diese Weise schon vorm Lesen mit dem Buch auseinander", berichtete Conny Traichel von den "Lütteraten" von einer weiteren Aktion. Laut den Organisatoren nutzen drei und mehr Kinder diese Lesestunden, und es zeichneten sich sogar junge Leser ab, die das Angebot regelmäßig nutzen. "Unser Ziel ist, mit solchen Veranstaltungen die Lesekompetenz und auch die Lust am Lesen zu steigern", erklärte Traichel. Lüttringhausen ohne Bibliothek könne sich kein Lütterat vorstellen.
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