Remscheid: Musikschüler: Wir haben keine Lobby
VON CHRISTIAN PEISELER - zuletzt aktualisiert: 09.10.2010Remscheid (RPO). Für Hakan Eren, Jens Mühlhoff und die Brüder Tim und Tobias Löhde ist die Musik- und Kunstschule mehr als eine Kultureinrichtung in Remscheid. Die Räume in der Bökerschen Villa sind für sie so etwas wie ein Stück Heimat.
Dieses Stück Heimat von 1200 Jugendlichen dürfe nicht durch den Sparbeschluss der Stadt untergehen. "Wenn die 400 000 Euro eingespart werden sollen, dann ist das der Todesstoß für die MKS", sagte Jens Mühlhoff gestern bei einem Pressegespräch.
Während der Bürgerforen zu den Sparbeschlüssen im Sommer hat sich die kleine Gruppe für den Erhalt der Einrichtung öffentlich eingesetzt. Später gab es auch Gespräche mit Vertretern der verschiedenen Parteien.
"Wir hatten nie das Gefühl, dass die Politiker auch wirklich hinter uns stehen", schildert Tim Löhde seinen Eindruck. Außer den Vertretern der W.i.R. hätte sich keiner für den Erhalt öffentlich ausgesprochen. Dass auch die Musikschule sparen muss, sehen die Schüler ein. Aber dass es gleich 60 Prozent der Zuschüsse sein sollen, halten sie für nicht gerecht.
Die Verdächtigungen gegen das Personal der MKS, mit Urlaubsüberhängen und Unterrichtsdeputaten nicht korrekt verfahren zu sein, habe das Image der Schule schwer beschädigt. Jens Mühlhoff glaubt, mit diesen Anschuldigungen wollten Politiker der Musikschule schaden.
"Wir haben keine Lobby", sagt Tim Löhde. Die Jugendlichen wehren sich auch gegen das Vorurteil, die MKS sei eine elitäre Einrichtung. Den meisten Entscheidungsträgern sei das Spektrum der Arbeit nicht bekannt. Kein Schulorchester und keine Jazz-AG käme ohne die Schüler der MKS aus. Für Jens Mühlhoff ist sie mehr als ein Kulturinstitut. Sie ist für ihn eine Bildungseinrichtung: "Sie gibt den Schülern die Möglichkeit, sich in dem zu festigen, was sie werden wollen."
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