Remscheid: Musikschule – Protest kommt mit der Post
VON DOMINIQUE SCHROLLER - zuletzt aktualisiert: 18.05.2010Remscheid (RPO). Sonnige Urlaubsgrüße schicken die Absender von Postkarten Familie und Freunden. Auf den Karten, die derzeit auf dem Schreibtisch der Oberbürgermeisterin landen, sind statt Schönwetternachrichten Protestsprüche zu lesen.
"Erhaltet die Musik- und Kunstschule", "Musik bereichert unsere Kultur" oder "Ich will, dass meine Kinder ein Instrument erlernen", fordern die Absender auf der Rückseite.
Es sind vor allem Eltern von Schulkindern, die sich für einen Erhalt der Einrichtung einsetzen. Angezettelt hat den massenhaften Kartenversand Ludwig Hoppe. Für den Vorsitzenden des Fördervereins ist der Protest ein Testlauf für sein geplantes Bürgerbegehren.
Er möchte schwarz auf weiß ausloten, wie viele Remscheider bereit sind, seinen Kampf für den Erhalt der Schule zu unterstützen. "Für ein Bürgerbegehren brauchen wir 5000 Unterschriften. Von den rund 2500 Postkarten werden sicher nicht alle ankommen, doch es wäre schön, wenn möglichst viele auf dem Schreibtisch der Oberbürgermeisterin landeten."
Für die Politik ein Stimmungsbild
Bisher sind rund 260 Karten im Rathaus eingetroffen. "Wir erfassen die Absender soweit möglich und schicken ihnen Antworten. Darin erklären wir die Situation der Stadt und weisen auf die ausstehende Ratsentscheidung über die geplanten Maßnahmen hin, die von der Gebührenerhöhung bis zur Schließung reichen", sagte Sven Wiertz, Büroleiter der Oberbürgermeisterin. Er betrachtet die Karten als Beitrag zum Stimmungs- und Meinungsbild, das die Ratsmitglieder vor ihrer Entscheidung am 8. Juli vorgelegt bekommen.
Hoppe sieht dem Datum mit gemischten Gefühlen entgegen. "Wir haben mit Vertretern aller Fraktionen gesprochen. Sie haben uns mitgeteilt, die Musikschule gesundschrumpfen oder schließen zu wollen." Sollten sie auf die Schule verzichten wollen, ist Ludwig Hoppe fest entschlossen, ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen.
Für ein Finanzierungskonzept, das im Falle einer Fortsetzung nötig wäre, hat er noch keine konkrete Idee. "Es wäre möglich, Gelder aus dem Straßenbau abzuzweigen. Dafür gibt die Stadt pro Bürger im Jahr 170 Euro aus. Für die Musikschule sind es gerade mal sieben Euro." Der Gründung einer Stiftung gibt er wenig Erfolgschancen. "Die Remscheider sind knauserig, wenn es um die Bildung geht", sagt Ludwig Hoppe. Er selbst hat keine Karte geschrieben. "Meine Haltung ist bekannt.
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