Remscheid: Musikschulleiter hört auf
VON CHRISTIAN PEISELER - zuletzt aktualisiert: 09.09.2009Remscheid (RPO). Thomas Holland-Moritz, der Kopf der Musik- und Kunstschule (MKS), legt sein Amt Ende des Monats nieder. Er übernimmt eine Professur an der Fachhochschule in Osnabrück. 30 Jahre stand er an der Spitze der MKS.
Der Leiter der Musik- und Kunstschule, Thomas Holland-Moritz, verlässt Remscheid zum 30. September und übernimmt eine Professur an der Fachhochschule für Musik in Osnabrück. Osnabrück ist die erste Fachhochschule, die einen Fachbereich "Singen mit Kindern" eingerichtet hat – das Spezialgebiet von Holland-Moritz. "Man hat mich gebeten, mich für diese Position zu bewerben", sagte Holland-Moritz der BM. Nach einem Auswahlverfahren hat sich die Hochschulleitung für den 60-Jährigen entschieden. Vorige Woche unterschrieb er die Verträge. "Das ist ein schönes Finale am Ende meiner Berufslaufbahn", sagte er.
Der Komponist
Thomas Holland-Moritz ist ein vielfach begabter Mann. Der studierte Germanist trat auch immer wieder als Komponist in Erscheinung. Das Stück "Intra Quadrata" gehört zu den kleineren Werken des Komponisten, das in diesem Jahr im Teo Otto Theater zu hören war. Mit dem Musical "Funtopia" feierte Holland-Moritz in Remscheid seinen größten Erfolg als Komponist.
30 Jahre leitete Holland-Moritz die Geschicke der Musik- und Kunstschule. 30 Jahre haben er und die Dozenten der Musik- und Kunstschule dafür gesorgt, dass Remscheider Kinder und Jugendliche ein Instrument lernen können und Freude an der Musik erleben. Holland-Moritz übernahm das Erbe von Karl Lorenz, der 1953 die Musikschule in Remscheid gründete. Es war die erste ihrer Art in Deutschland. "Ich habe immer versucht, die Ohren an den Bahnschienen zu haben, um auf der Höhe der Zeit zu sein", sagt Holland-Moritz.
Ein Blick in das Angebot der Musik- und Kunstschule zeigt, dass diese städtische Einrichtung zu den lebendigsten Mitspielern der Remscheider Kulturszene gehört. Werben musste Holland-Moritz für seine Einrichtung bei den Bürgern niemals. Heute noch gibt es mehr Bewerber als Plätze. Grundlegend für seine Arbeit sei immer gewesen, dass die Ausbildung im Elementarbereich stimme, betont er. Die Arbeit der MKS hat bis in die zweite Generation gewirkt. Heute bringen Eltern ihre Kinder zum Unterricht, die selbst als Kind ein Instrument in der Villa am Bökerspark oder an anderen Standorten erlernt haben.
30 Jahre Leiter der Musikschule in Remscheid – das war kein Selbstläufer. Das lange Kämpfen um einen vernünftigen Standort, der zunehmende Spardruck, der inflationäre Zuwachs an Verwaltungskram haben Holland-Moritz das Leben manchmal sauer gemacht. "Es war kein leichtes Umfeld", sagt der scheidende Leiter, der fast auch noch an die Spitze der Volkshochschule gerückt wäre. Die Fusionspläne dafür lagen in seinem Schreibtisch.
Holland-Moritz hat vieles in seinem Berufsleben erreicht, doch eines blieb ihm verwehrt: "Ich hätte gerne mehr Kammeropern mit jungen Sängern aufgeführt, wie damals vor acht Jahren mit den Wuppertalern", bedauert er. Remscheid bleibt er verbunden. Die Chorarbeit für die Bergischen Symphonikern geht weiter. Und ab und zu wird man ihn sicherlich bei einem offenen Singen in Aktion sehen.
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