Remscheid: Nachwuchs für den Wald
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 24.10.2007Remscheid (RPO). Mit einer großen Pflanzaktion startete gestern in Küppelstein die Wiederaufforstung der Flächen, auf denen Orkan „Kyrill“ im Januar vielerorts in der Stadt gewütet hatte.
Gut neun Monate, nachdem Orkan „Kyrill“ auch über Remscheid fegte und insgesamt 130 Hektar Waldfläche (das sind sechs Prozent des gesamten Bestandes) abräumte, hat gestern im Küppelsteiner Forst offiziell die Wiederaufforstung begonnen.
Und die verlief wesentlich entspannter als der Besuch von „Kyrill“. Rund 50 Kinder der Grundschule Honsberg pflanzten unter Anleitung von Revierförster Stephan Nöh und seinen Mitarbeitern am Mittag mehrere hundert junger Eschen, Ahorne und Vogel-Kirschbäume auf einer 1,6 Hektar großen Fläche, auf der vor „Kyrill“ einmal Fichten standen. Reste davon sind noch zu sehen.
Harte Auslese
Jeweils rund 20 Bäume einer Art wurden gestern in so genannten „Trupps“ zusammen eingepflanzt. Nur einer davon wird sich durchsetzen und zur vollen Höhe auswachsen. Die Konkurrenz wird gebraucht, um ein gezieltes Wachstum zu erreichen.
Der nächste „Trupp“ steht dann in einem Abstand, der der geschätzten Ausdehnung der Krone des ausgewachsenen Baumes entspricht.
Wachstum über Jahrzehnte
Mit viel Spaß und Engagement waren die Kinder bei der Sache. Oberbürgermeisterin Beate Wilding hatte ihre Freude, als sie bei schönstem Herbstwetter diesem aktiven Naturkunde-Unterricht einen Besuch abstattete und auch selber zum Spaten griff. In 60 (Kirsche) bis 100 Jahren (Esche) werden die Bäume ihre volle Höhe erreicht haben. Viel Zeit also für die Kinder, das Wachstum ihrer Schützlinge weiter hautnah zu verfolgen.
Insgesamt, so erklärte Forstamtsleiter Markus Wolff, will die Stadt auf rund der Hälfte der beschädigten Waldflächen in Remscheid der Natur etwas lenkend unter die Arme greifen und neue Bäume anpflanzen. Wolff geht davon aus, dass rund 70 000 bis 80 000 junge Bäume benötigt werden. Vor allem in Lüttringhausen und an der Neye-Talsperre hat der Orkan tiefe Spuren der Verwüstung hinterlassen. Hier könne man sich nicht nur auf die Selbstheilungskräfte der Natur verlassen.
Die Finanzierung für dieses Projekt steht nach Absprache mit der Kämmerei. Unter die Arme greift der Stadt bei der Wiederaufforstung aber auch die Firma Fielmann. Durch Vermittlung der Stiftung „Wald in Not“ spendete der Optiker-Konzern 5000 Euro für Remscheid. Seit 15 Jahren bereits, so sagte Dr. Christoph Abs von der Stiftung, engagiert sich Fielmann für den Wald in Deutschland.
Remscheid ist eine der ersten Kommunen, wo diese Aktion anläuft. Andere Städte und Kreise stecken noch mitten in den Aufräumarbeiten, werden erst später Bäume kaufen können. Ein klarer Vorteil für Remscheid, wie Markus Wolff erklärte. „Die Nachfrage nach den Jungpflanzen wird bald riesig sein“.
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