Remscheid: Neue Einblicke im Museum
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010Remscheid (RPO). Das Deutsche Werkzeugmuseum bietet Besuchern jetzt eine zeitgemäße audio-visuelle Führung an. Die Geräte und die dazu gehörige Software konnte der Förderkreis des Museums dank einer Erbschaft finanzieren.
Hasten Museumsleitung und Förderkreis des Deutschen Werkzeugmuseums freuen sich über eine großzügige Spende, die eine Investition in die Zukunft ermöglicht – ein Lichtblick in schweren Zeiten: 31 000 Euro aus der Erbschaft der Remscheiderin Gerda Reinoldt flossen dem Förderkreis zur freien Verwendung für Museumszwecke zu. Mit dem Geld konnten moderne Geräte und Software angeschafft werden, die Besuchern eine multimediale Führung eröffnen.
Große Sorge um künftige Spenden
Die Unterstützung kommt wie gerufen in einer ungewissen Zukunft. "Wer will jetzt noch einen Euro fürs Museum spenden, wenn die Schließung ins Gespräch gebracht wurde?", sagte Gernot Tödt gestern in einem Pressegespräch. Der Vorsitzende des Förderkreises ist tief besorgt, dass sich der Vorschlag aus dem Sparpaket der Stadtspitze, die Schließung des Museums, bereits jetzt negativ auf die Spendenbereitschaft auswirkt. In seinen Augen wäre es ein Unding, ein Museum zu schließen, das mit Spendengeldern aufgebaut wurde.
Multimedial
Die Führung Die PDA-Geräte können Museums-Besucher ausleihen und beim Rundgang Bilder, Texte und Filme zu einzelnen Exponaten abrufen. Das Museum erbittet dafür eine Spende von drei Euro.
Museum Geöffnet dienstags bis samstags, 9 bis 13 und 14 bis 17 Uhr, sonntags 10 bis 13 Uhr; Cleffstraße 2-6.
Die neuen so genannten PDA-Geräte bilden das i-Tüpfelchen des museumspädagogischen Angebots. Sie sehen aus wie i-Pods und sind leicht zu bedienen. Der Besucher nimmt es bei seinem Rundgang in die Hand und kann zu fast jedem Exponat gesprochene Texte, Bilder, aber auch Filme abrufen. Er tippt auf dem Bildschirm die Nummer ein, die im Museum neben dem Exponat hängt, und hört den dazugehörigen Text. Abrufbar ist auch ein Videofilm über die alte Kunst des Feilenhauens. "Der große Vorteil dieses Systems ist, dass es erweiterbar ist und variable Führungen ermöglicht", lobte Museumsdirektor Dr. Urs Diederichs das Novum.
Die 15 neuen Geräte lösen die alten, nicht mehr zeitgemäßen Audioführungen ab, berichtete Tödt. Museumsmitarbeiter Ulrich Horz gelang es, die ursprünglichen, von Schauspielern gesprochenen Texte ins neue System zu übertragen. Um die technische Seite kümmerte sich die Informationsgesellschaft mbH aus Bremen.
Die Erbengemeinschaft Wolfgang, Hannelore und Jörg Stolte sowie Anita de Lalande kam mit der Spende dem testamentarisch geäußerten Wunsch ihrer verstorbenen Großtante Gerda Reinoldt nach, das Museum zu unterstützen. Es lag ihr sehr am Herzen – nicht zuletzt, weil es die Dampfmaschine aus dem ehemaligen Betrieb für Grubenwerkzeuge und Stabstahl der Familie Reinoldt beherbergt. "Wir sind froh, dass das Geld gut angelegt ist", meinte Wolfgang Stolte.
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