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Remscheid: Neuer Laser bekämpft den Krebs

VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 25.04.2008

Remscheid (RPO). Hinter der Bezeichnung „KLS Martin MCO 50 plus“ verbirgt sich ein neues Gerät am Sana-Klinikum. Zum Einsatz kommt es vor allem in der Tumortherapie. Bösartiges Gewebe wird dabei schonend und schmerzfrei entfernt. Auch kosmetische Eingriffe sind möglich.

Der Laserstrahl trifft punktgenau, um die Pigmentflecken zu entfernen. In der Tumortherapie bietet er Chancen für viele Krebspatienten. Foto: RPO

Hoffnung für viele Krebspatienten gibt es durch ein neues Gerät, das am Sana-Klinikum zum Einsatz kommt. Der CO2-Laser „KLS Martin MCO 50 plus“ erweitert die Tumortherapie in der Frauenklinik und in der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Er entfernt erkranktes Gewebe schonend, schmerzarm und ohne große Blutungen. Die Heilung erfolgt nach Angaben der Klinik meist schnell. Narben bilden sich nur selten.

Weiterer Vorteil: „Wir können die Eindringtiefe des Laserstrahls millimetergenau bestimmen. Bei der alten Methode war nie klar, wie viel Gewebe zerstört wurde. Das war nicht ungefährlich“, erläuterte Dr. Anette Voigt, leitende Oberärztin der Frauenklinik, bei einem Pressegespräch. Unterstützt wird sie von Oberärztin Melanie Tin.

Info

Bislang 40 Eingriffe

Die Kosten für den neuen Laser gibt Prof. Dr. Anette Weber mit 60 000 bis 80 000 Euro an. Das Gerät ist seit Januar im Einsatz. Zuvor hatte die Klinik sechs Monate Erfahrung mit einem Leihgerät gemacht. Bislang wurden 40 Eingriffe durchgeführt.

Privatpatienten können sich direkt ans Sana-Klinikum wenden; Kassenpatienten brauchen eine Ein- oder Überweisung des Arztes. Notfälle werden jederzeit behandelt. Reine Schönheitseingriffe müssen privat bezahlt werden.

In der Frauenklinik sind durch den Laser jetzt auch organerhaltende Therapien möglich – zum Beispiel bei Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs. Bösartige Gewebeveränderungen mussten bislang mit dem Skalpell entfernt werden. Dass durch den Laser nur eine dünne Schicht des Gebärmutterhalses abgetragen wird, ist vor allem für junge Frauen mit Kinderwunsch von Vorteil: Durch den Eingriff mit dem Skalpell kam es bei folgenden Schwangerschaften oft zu einer Frühgeburt. Auch Vorstufen von Scheidenkrebs sowie chronisch und nur schwer behandelbarer Juckreiz im Genitalbereich können gelasert werden. Außerdem kommt das Gerät bei der Bauchspiegelung und bei der Behandlung von Verwachsungen zum Einsatz.

Während der Eingriff in der Gynäkologie ohne Narkose erfolgt, geht es im HNO-Bereich nur mit Betäubung. Der Laser entfernt bösartige Tumore des Kehlkopfes, in der Mundhöhle und im Schlund. „Früher mussten große Gewebestücke herausgeschnitten werden, oder der alte Laser hat alles weggebrannt. Jetzt kann sehr gezielt gearbeitet werden“, erläuterte HNO-Chefärztin Prof. Dr. Anette Weber. Auch ihre Kollegen, Facharzt Maxim Schleining und Oberarzt Ralf Gehring, setzen den Laser erfolgreich ein.

Patient Karl-Heinz Dürholz, dem vor 25 Jahren ein bösartiger Tumor entfernt wurde und der jetzt durch Narbenbildung an einer Verengung des Kelhlkopfes litt, ist begeistert. „Jetzt bin ich wieder ein normaler Mensch. Ich bin sehr zufrieden, alles super!“ Auch für kosmetische Eingriffe (Narbenkorrekturen, Entfernung von Leberflecken, Hautunreinheiten, Warzen im Gesicht) ist der Laser geeignet. Entspannt lag Eveline Evers gestern auf dem OP-Tisch und ließ sich kleine Pigmentflecken auf dem Bauch entfernen. Nach zehn Minuten war der schmerzlose Eingriff beendet.

Quelle: RP

 
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