Remscheid: Notfallplan gegen Hochwasser
VON ANDRIANA SAKARELI - zuletzt aktualisiert: 27.01.2011Remscheid (RPO). Wupper, Morsbach, Eschbach und Dhünn stellen ein "potenzielles Hochwasser-Risiko" dar. Was im Ernstfall genau zu tun ist, daran arbeitet die Bezirksregierung. Der Wupperverband unterstützt sie dabei.
Bergisches land Mit 1300 Sandsäcken verhinderte die Feuerwehr kürzlich, dass Wasser aus dem Morsbach die Hofschaft am Brucher Kotten in der Nähe des Brückenparks flutete. Starke Regenfälle und ein umgestürzter Baum hatten den Bach angestaut. Mitte des Monats hieß es Land unter für die Eschbachstraße in Solingen-Unterburg. Nach kräftigem Regen trat der Bach über seine Ufer. Fast einen Meter stand das Wasser hoch. Normalerweise liegt der Pegel des Eschbachs bei 30 Zentimeter.
Nun sind Hochwasser und Überschwemmungen in diesen Gebieten nicht neu. Wie die Kommunen und die Bevölkerung im Ernstfall damit umgehen sollen, darüber sollen in Zukunft so genannte "Hochwasser-Risikomanagement-Pläne" Auskunft geben. Daran arbeitet die Bezirksregierung derzeit. Unterstützt wird sie dabei vom Wupperverband, zu dessen gesetzlichen Aufgaben der Hochwasserschutz gehört. Das erklärte Vorstand Bernd Wille bei der Jahrespressekonferenz des Wupperverbandes.
Rückerstattung
2009 Es war ein äußerst erfolgreiches Jahr für den Wupperverband. Im größten Geschäftsbereich, Kläranlagen und Entsorgung, erwirtschaftete er ein Plus von 3,9 Millionen Euro. Das Geld bekommen die Mitglieder nun erstattet.
Prognose Für 2010 rechnet der Verband in diesem Bereich wieder mit einem Überschuss.
Maßnahmenliste für den Eschbach
Hintergrund dieser Pläne ist die europäische Hochwasser-Risikomanagement-Richtline, die im vergangenen Jahr in nationales Recht umgewandelt wurde. Das bedeutet: Die Bezirksregierung muss Hochwasser-Risikokarten und Managementpläne erstellen, die dezidiert festlegen, was wer wann während eines Hochwasser zu tun hat. Der Wupperverband unterstützt die Behörden durch seine Kenntnisse. Er ergänze aber auch Bereiche, die aufgrund von Prioritäten des Landes nicht bearbeitet werden, so Wille.
Als potenzielle Risikoträger sind die Wupper, der Morsbach, der Eschbach und die Dhünn ausgewiesen. "Für den Eschbach haben wir der Bezirksregierung eine Maßnahmenliste geschickt. Wir warten nun darauf, dass man uns mitteilt, ob und welche baulichen Maßnahmen umgesetzt werden können, um in diesem Gebiet für mehr Ruhe zu sorgen", erläuterte der Vorstand weiter. Dabei ginge es auch um die Frage, in welchem Rahmen sich das Land an den Kosten beteilige.
Der Wupperverband betreut das Einzugsgebiet der Wupper mit einer Fläche von 813 Quadratkilometer. Zu seinen Mitgliedern gehören die Kommunen, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen und Entsorgungsbetriebe sowie Gewerbe und Industrie im Flussgebiet der Wupper. Im August/September soll ein Handbuch für Kommunen herausgegeben werden, der sie bei der Sensibilisierung der Bürger für das Thema Hochwasser anleitet.
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