Remscheid: OGGS hängt in der Luft
VON STEFANIE BONA UND HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 22.03.2007Remscheid (RPO). Woher soll das Geld für die gewünschte Stärkung der Offenen Ganztagsgrundschule kommen? Weder die Politik noch die Verwaltung will darauf eine klare Antwort geben. Die Verunsicherung wächst.
Ein symbolischer Beschluss zur Stärkung der Offenen Ganztagsgrundschule (OGGS) sollte es ursprünglich werden, mit dem alle Fraktionen diesem System der Kinder-Betreuung deutlich den Rücken stärken.
Nach heißen Diskussionen bereits im Vorfeld waren es am Ende aber nur SPD, FDP und die Bündnisgrünen, die im Schulausschuss den Antrag stellten, jeder OGGS-Gruppe ab dem kommenden Schuljahr durchschnittlich 10 000 Euro zusätzlich zur Verfügung zu stellen, um die pädagogische Arbeit zu sichern. Unter anderem längere Betreuungszeiten und eine intensivere Hausaufgabe-Betreuung sollen damit möglich sein.
1500 Kinder
Die Offene Ganztagsgrundschule ist ein freiwilliges Angebot einer Nachmittagsbetreuung. 1500 Kinder werden betreut. Die Finanzierung läuft vor allem über Landeszuschüsse und Elternbeiträge.
Während Waltraud Bodenstedt von der Wählergemeinschaft in Remscheid (W.i.R.) sich anschloss, stimmte die CDU dagegen. Zwar könne man sich inhaltlich anschließen, sagte Fraktionssprecher Kai Kaltwasser. „Nach der jüngsten Verfügung der Bezirksregierung“ zum Sparkurs der Stadt hielt man den Antrag aber für „unseriös“. Wie berichtet, hat Düsseldorf den Haushalt der Stadt erneut nicht genehmigt und fordert massive Einschnitte.
Bislang unbeantwortet ist nämlich die Frage, woher genau die 580 000 Euro für die 58 OGGS-Gruppen kommen sollen. Die Schulpolitiker schoben den Schwarzen Peter dem Finanzausschuss zu. Der soll entscheiden, wie diese Summe aus dem Gesamthaushalt gedeckt werden kann.
Ein denkbares Modell: Die Stadt leitet die Gelder, die durch die sukzessive Schließung der Horte eingespart wurde, in das OGGS-System um. Problem: Die Horte stehen unter der Aufsicht des Sozialdezernats. Dessen Chef Burkhard Mast-Weisz (SPD) hat allerdings in einer Vorlage erklärt, dass die Hort-Gelder für den Ausbau der Betreuung für Kinder unter drei Jahren verwendet werden sollen. Ein Thema, dass auch der OB sehr am Herzen liege.
Offensichtlich gebe es innerhalb der Verwaltung „Eifersüchteleien“, an denen man sich aber nicht beteiligen wolle, sagte der Vorsitzende des Schulausschusses, Hans Peter Meinecke (SPD).
Auch Jutta Velte (Bündnis 90/Die Grünen) meinte: „Wir sollen hier als Politik in diese Dinge hineingezogen werden, was wir aber nicht wollen.“ Nun soll die Stadt zur nächsten Sitzung einen abgestimmten Vorschlag vorlegen.
Eine Aussage, die den Mitarbeitern des Vereins „Die Verlässliche“ , der zu einem großen Teil die Trägerschaft der Offenen Ganztagsgrundschule (OGGS) in Remscheid übernommen hat, wenig weiterhilft. Sie hatten sich von der Sitzung ein klareres Signal für die Zukunft ihrer Arbeit erhofft.
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