Remscheid: Opfer belastet Ehemann
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 06.01.2007Remscheid (RPO). Bevor die 35-jährige Frau, die am Mittwochmorgen im Keller eines Mehrfamilienhauses an der Freiheitstraße angeschossen wurde, ins Remscheider Krankenhaus kam, hat sie ihren Mann noch schwer belastet.
Wie Staatsanwältin Barbara Mayr gestern auf Anfrage der Bergischen Morgenpost berichtete, sei das Opfer nach den Schüssen aus nächster Nähe zwar zusammengebrochen, habe zu den Rettungskräften aber noch zwei oder drei Sätze sprechen können und dabei ein paar wichtige Angaben zu der Tat gemacht. Demnach soll es sich bei dem Täter um den 38-jährigen, von ihr getrennt lebenden Mann handeln, der nach der Tat über den Hinterhof geflüchtet war, durch die Aussage der Frau aber innerhalb von 30 Minuten von der Polizei vor dem Haus seiner Eltern an der Papenberger Straße festgenommen wurde.
Der Zustand der 35-Jährigen ist nach Angaben der Staatsanwältin „mittlerweile etwas stabiler, es besteht aber immer noch ziemlich große Lebensgefahr“, meinte Barbara Mayr. Zurzeit sei die junge Frau nicht vernehmungsfähig. Der dringend tatverdächtige 38-jährige Ehemann sitzt mittlerweile wegen des Vorwurfs des versuchten Totschlags in Untersuchungshaft. Er bestreitet jede Tatbeteiligung, wird aber weiter vernommen. „Derzeit überprüfen wir seine Angaben und ermitteln weitere Spuren“, erläutert Barbara Mayr. Die Tatwaffe – eine Handfeuerwaffe – ist ebenfalls noch nicht gefunden worden.
Barbara Mayr will jetzt vor allem die Hintergründe der Bluttat beleuchten. Denn noch gebe es keine konkreten Hinweise auf ein Motiv. Ob ein Streit um das Sorgerecht für die beiden Kinder des Paares Auslöser für die Schüsse waren, steht nicht fest. „Dafür fehlen uns noch die Hinweise. Fest steht aber, dass das Paar eine vorläufige Regelung getroffen hatte, nach der der elfjährige Sohn bei der Mutter und die sechsjährige Tochter beim Vater lebte“, erläuterte die Staatsanwältin gestern.
Barbara Mayr wird sich in den nächsten Tagen intensiv mit dem Sorgerechtsverfahren des Paares beschäftigen, um dem Motiv für die Schüsse auf die Spur zu kommen.
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