Remscheid: Partnerschaft am Arbeitsplatz
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 10.09.2008Remscheid (RPO). Studenten aus Remscheids slowakischer Partnerstadt Presov haben sich jetzt bei der Lüttringhauser Firma Erotec ein paar Euro dazu verdient. Die Verständigung klappte hervorragend.
Wenn Dietmar Wiehager von „seinen“ Ferienjobbern erzählt, gerät er ins Schwärmen. „Fleißig, bescheiden und sehr höflich“, seien die beiden jungen Leute gewesen, die nach vierwöchiger Tätigkeit in seinem Betrieb wieder in ihre slowakische Heimat gereist sind.
Für den Chef der Lüttringhauser Firma Erotec Draht- und Senkerodieren GmbH und seinen Mitgesellschafter Dieter Dönch waren Andrea Laposova und Jergus Cabuk äußerst angenehme Mitarbeiter, die auch einfache, stupide Arbeiten klaglos, zügig und zuverlässig verrichtet haben.
Gutes Geld verdient
19 Jahre Partner
Die Städtepartnerschaft Remscheids mit Presov gibt es seit April 1989.
Presov liegt am Flusslauf der Torysa in der Ostslowakei und hat zirka 70 000 Einwohner. Bedeutende Industriezweige sind die Nahrungsmittel- und die Konfektionsindustrie.
Im Rahmen der Semesterferienarbeit, die Lutz Pawlas nunmehr seit zehn Jahren in jedem Sommer für Studenten aus Remscheids slowakischer Partnerstadt Presov organisiert, haben die angehende Wirtschaftsinformatikerin und der zukünftige Jurist gutes Geld verdient. „Dafür müssten wir bei uns zuhause wirklich monatelang arbeiten“, sagt Andrea, die sich vom Lohn ihrer Arbeit des vergangenen Jahres einen eigenen Laptop gekauft hat. Während ihr Freund Jergus vier Wochen lang im Produktionsbereich an der Maschine gestanden hat, konnte sie sich auch im Büro des Unternehmens betätigen. Die Firma Erotec arbeitet für die Automobilzulieferindustrie und ist spezialisiert auf die Bereiche Prototypen und Werkzeugbau.
Im Vergleich zu den anderen Betrieben, die Lutz Pawlas als Arbeitgeber für die Semesterferienarbeit gewinnen konnte, ist Erotec mit neun fest angestellten Mitarbeitern ein kleines Unternehmen. „Aber die Bereitschaft, jemanden für diesen befristeten Zeitraum einzustellen, ist immer da. Dass so eine verhältnismäßig kleine Firma hier so viel Engagement zeigt, finde ich einfach großartig“, lobt Pawlas. Für die beiden Geschäftsführer eine Selbstverständlichkeit. „Wenn es irgendwie geht, unterstützen wir dieses Projekt gerne“, betont Dietmar Wiehager. Zumal er erfreut bemerkt hat, dass die beiden Slowaken ihre Aufgaben sehr ernst genommen haben. „Man soll nicht alle über einen Kamm scheren. Aber ich glaube schon, dass die jungen Leute dort im Vergleich zu unseren Jugendlichen weit weniger verwöhnt sind. Und das spürt man im täglichen Umgang mit ihnen“, sagt der Firmeninhaber.
Auch die Verständigung klappte hervorragend. Andrea Laposava hat eine Sprachschule besucht und spricht inzwischen sehr gut deutsch. Und auch Jergus Cabuk hat seine Sprachkenntnisse während des Aufenthalts verbessern können. Was das Paar mit dem Verdienst nun anfangen wird, ist noch ein bisschen ungewiss. „Diesmal wird’s kein Computer, sondern vielleicht ein schöner Urlaub sein“, überlegt Andrea und grinst.
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