Remscheid: Patienten aus ganz Europa
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 02.11.2007 - 16:57Remscheid (RPO). Ohne Werbekampagnen hat das Zentrum für Biofeedback-Therapie am Sana-Klinikum seit seiner Gründung einen so großen Zulauf an Patienten aus ganz Europa erfahren, dass einige bis zu zwei Jahre auf eine Erstuntersuchung warten mussten.
„Durch Gründung eines zweiten Standorts in Wermelskirchen haben wir die Kapazitäten erweitert und die Wartezeiten enorm verkürzt“, sagte Dr. Bernhard Ibach, der als Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche das Biofeedback-Verfahren nach Remscheid holte, gestern vor der Presse.
Die gesammelten Erfahrungen mit dieser Therapie- und Rehabilitationsform aus den USA und die Erweiterung durch neue Labore machen Mut, nun offensiver für Biofeedback-Verfahren zu werben. Für viele Menschen nach Schlaganfall, mit Lähmungen und Bewegungsstörungen ist es die letzte Hoffnung auf Besserung, vielleicht sogar vollständige Rehabilitation.
Sehr vorsichtig und voller Erwartungen an diese, in Europa noch sehr unbekannte Therapie bei Lähmungen nach Schlaganfall, Rückenmarksverletzungen, Querschnittslähmungen, spastischen Lähmungen und Bewegungsstörungen, sei man gestartet. Die beachtlichen, überraschenden Erfolge bei den bisher rund 500 behandelten Patienten überraschten nicht nur die speziell ausgebildeten Fachärzte und Physiotherapeuten, „sie sprachen sich auch unter Patienten herum“, berichtete Dr. Chantal Heck-Haida, Leitende Ärztin des Zentrums, von reger Mundpropaganda.
Inzwischen sei das so genannte C-EMG Feedback (computergesteuertes Elektromyographie-Feedback) von der medizinischen Fachwelt anerkannt, beruft sich Dr. Harald Ruths auf Veröffentlichungen, zum Beispiel in der Fachzeitschrift „Der Nervenarzt“. Der Wermelskirchener Neurologe war auf die Arbeit im Biofeedback-Zentrum in Lennep aufmerksam geworden, durchlief die Ausbildung und richtete mit einem Physiotherapeuten in seiner Praxis zwei Labore ein, an die rund 200 erwachsene Patienten aus dem Sana-Klinikum abgegeben wurden.
Beide Standorte schlossen sich jetzt zur Arbeitsgemeinschaft Biofeedback-Therapie zusammen. Inzwischen bildet das Team von Dr.Ibach nicht nur Fachärzte und Therapeuten im C-EMG-Feedback aus, sondern strebt auch wissenschaftliche Studien in Kooperation mit dem Kinderneurologischen Zentrum der Maximilian-Universität München an. Mittelfristig soll ein Dachverband Qualitätsstandards in der Anwendung sichern.
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