Remscheid: Platz für die "Neue Mitte"
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 08.08.2009Remscheid (RPO). Bagger reißen am Honsberg alte Gewag-Häuser ab. Sie weichen einem Stadtteilzentrum, das mit Landesmitteln errichtet werden soll. Bis das Geld fließt, bleibt die Fläche eine Wiese.
Die "Neue Mitte für den Honsberg" braucht Platz: Zurzeit reißen Bagger 50 Wohnungen der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Gewag ab. 3000 Quadratmeter Wohnfläche, kurz nach dem Krieg gebaut, werden zusammen mit dem Evangelischen Gemeindezentrum einem Stadtteilzentrum weichen, das an gleicher Stelle entstehen soll.
Diese Pläne sind Bestandteil des Programms "Stadtumbau West". Mit ihm sollen Stadtteile aufgewertet werden. In Workshops haben sich Bürger bereits mit vielen Ideen für das Areal beteiligt, und auch das Stadtteilzentrum soll mit Hilfe von Bürgern – der evangelischen und der katholischen Kirche, des Stadtteil e.V., der Arbeiterwohlfahrt und eines türkischen Vereins – betrieben werden.
Stadtumbau in Lennep
Auch in Lennep soll das Programm "Stadtumbau West" unter Zuhilfenahme öffentlicher Fördermittel laufen. Wie Stadtplaner Hans-Gerd Sonnenschein auf BM-Anfrage berichtet, seien die Anträge zwischenzeitlich gestellt worden. "Jetzt warten wir auf Antwort."
Auch zur Finanzierung des weiteren Umbaus des Röntgen-Museums laufen die Gespräche auf Hochtouren: "Wir sind auf einem guten Weg", sagt Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann. Das Museum soll bis zum Jahre 2012 komplett umgebaut sein.
Der Löwenanteil der Fördermittel, die vom Land fließen, stehen allerdings noch aus. Rund 20 Millionen Euro sind für das Projekt veranschlagt. 800 000 Euro sind in diesem Jahr bereits an die Stadt überwiesen worden, sagt Stadtplaner Hans-Gerd Sonnenschein auf BM-Anfrage. "Jetzt warten wir darauf, dass die Förderbescheide für die Folgejahre kommen."
Noch nicht klar ist außerdem, wer als Investor für das Stadtteilzentrum auftritt. Die Gewag ist dafür durchaus im Gespräch, sagt ihr technischer Leiter, Hans-Werner Walter. Doch Entscheidungen wurden noch nicht gefällt, "das ist alles noch im Fluss".
So lange die Planungen laufen, wird die Fläche eingeebnet. Die Abrissarbeiten sind nach Einschätzung von Walter Ende September beendet. Dann wird zunächst einmal eine Wiese eingesät.
In dieser Zeit laufen die Planungen für den "Stadtumbau West" für Honsberg, Stachelhausen und Kremenholl weiter, berichtet Stadtplaner Sonnenschein: Noch für August ist ein weiterer Workshop mit Bürgern geplant, diesmal zum Thema "Grünflächenbereiche". Die Einladungen dazu gehen in den nächsten Tagen raus.
Doch auch die Gewag beschäftigt das Thema "Wohnqualität". Die Gesellschaft besitzt insgesamt 650 Wohnungen. "Wir machen uns zurzeit intensive Gedanken, wie es dort weitergehen soll", berichtet Walter.
Denn die Situation am Honsberg hat durchaus Beispielcharakter: Dort gab es zuletzt einen hohen Leerstand. Die Bevölkerung Remscheids schrumpft, Wohnungen mit alter Bausubstanz sind nicht mehr gefragt. Oberstes Ziel der Gewag ist daher die Verbesserung der Wohnsituation, nötigenfalls auch mit einem "Rückbau" – also per Abriss.
Gleichzeitig müssen die Bedürfnisse der modernen Gesellschaft berücksichtigt werden. Damit sei ein familienfreundliches Wohnumfeld genauso gemeint wie eine seniorengerechte Ausstattung. "Wir wollen einen gesunden Mix anbieten", sagt Walter. Das Programm "Stadtumbau West" ist somit Anstoß für eine neue Art des Wohnens.
Kommentar
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