Remscheid: Politik: Entscheidung zur dritten Gesamtschule noch in diesem Jahr
zuletzt aktualisiert: 07.04.2011 - 16:37Remscheid (RPO). Die Remscheider Schullandschaft wird sich ändern. Darüber waren sich Politiker, Verwaltung und Gymnasialdirektoren Remscheider Gymnasien am Mittwochabend beim 90. Presseclub in der Denkerschmette einig. Ebenso darin, dass es ein Skandal ist, dass der Elternwille beim Wechsel von der Primar- in die Sekundarstufe nicht erfüllt wird.
Allerdings wurden auch bei der abendlichen Diskussion in der Denkerschmette, an der außer CDU und FDP alle Ratsparteien vertreten waren, unterschiedliche Vorstellungen deutlich, wie man mit diesem Problem umgehen möchte. Einen Denkanstoß hatte SPD-Fraktionschef und Vorsitzende des Schulausschusses Hans-Peter Meinecke zuvor bereits gegeben, als er bemerkte, dass es in Remscheid „gemessen an den Anmeldezahlen ein Gymnasium und zwei Hauptschulen zu viel“ gebe.
Nun begründete er die „Bemerkung“ mit neuestem Zahlenmaterial. Nach 1039 Anmeldungen in diesem Jahr werde die Zahl in den nächsten Jahren bis zu 850 Kinder schrumpfen. Darauf müsse man ebenso reagieren wie darauf, dass wieder einmal 200 Kinder von den Gesamtschulen abgewiesen worden seien, während einige andere Schulen deutlich Überkapazitäten hätten.
Im interfraktionellen Arbeitskreis habe man deshalb am Dienstag die Verwaltung mit der Ausarbeitung von Vorschlägen bis zu den Ferien beauftragt. „Dieses Jahr muss endgültig darüber entschieden werden“, wies er auf die gebotene Dringlichkeit hin. Die ergibt sich nicht nur durch den Anmeldedruck an die beiden Gesamtschulen, sondern auch dadurch, dass nach dem letzten Anmeldeverfahren Hauptschulen mangels genügender Anmeldungen „vom Netz“ gehen, darunter die gerade renovierte GHS Rosenhügel.
Das Schulgebäude ist zweizügig konzipiert und damit zu klein, um eine Gemeinschaftsschule aufzunehmen. Dieser Schultyp wird, im Einklang mit der Landesregierung, von den Direktoren der vier Remscheider Gymnasien favorisiert. Alle vier Gymnasien seien bereit, mit einer solchen Schule zu kooperieren und qualifizierte Schüler aufzunehmen, um ihnen ortsnah das Abitur zu ermöglichen, erklärte Michael Birker (Leiter des GBG).
Hans Peter Meinecke wies zudem darauf hin, dass es nicht nur Raumprobleme gebe, sondern dass zur Zeit in Remscheid auch keine einzige Schule bereit sei, den nötigen Antrag zur Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule zu stellen. „Klar ist, es gibt keine zusätzliche Schule“, wies Bürgermeister David Schichel (Grüne) auf die eingeschränkten Möglichkeiten in Remscheid hin und warnte: „Wer sich nicht bewegt, der wird bewegt werden.“ Alle Schulen seien betroffen und sollten sich an den kommenden Gesprächen beteiligen.
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