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Remscheid: Polizei fahndet nach Mörder

VON ANDRIANA SAKARELI - zuletzt aktualisiert: 28.08.2009

Remscheid (RPO). Die Ermittler suchen einen 53-jährigen Tatverdächtigen aus Remscheid. Er soll Beatrix H. erwürgt haben, möglicherweise wegen Geldes. Zahlreiche DNA-Spuren deuten auf den Mann hin, der als suizidgefährdet gilt.

Nach Hans Werner Bahr wird gefandet. Foto: RPO
Nach Hans Werner Bahr wird gefandet. Foto: RPO

Die Polizei und Staatsanwaltschaft Wuppertal haben eine konkrete Spur im Fall der am 11. August tot aufgefundenen Beatrix H.: Sie verdächtigen den 53-jährigen Hans Werner Bahr aus Remscheid. DNA-Spuren an verschiedenen Stellen in der Wohnung des Opfers und ein von ihm handschriftlich verfasster Zettel deuten auf ihn als Täter hin. Die Kripo fahndet nach dem Mann, der als stark suizidgefährdet gilt.

Folgenden Tathergang halten die Ermittler für möglich: Bahr suchte das Opfer, das er kannte, in dessen Wohnung an der Schallerstraße in Kremenholl am späten Nachmittag beziehungsweise frühen Abend auf. Ob es dort zu einem Streit kam, konnte die Kriminalpolizei nicht sagen.

Info

Kontakt zur Polizei

Die Polizei bittet Zeugen, die den Tatverdächtigen seit Anfang Juli bis heute gesehen haben oder Angaben zum derzeitigen Aufenthalt machen können, sich mit dem Kriminalkommissariat 11 in Verbindung zu setzen: Tel. 0202 2840.

Der 53-jährige Tatverdächtige war bis zu seiner Flucht als Dreher beschäftigt. Laut Kripo soll er in Remscheid zurückgezogen gelebt haben.

Fest steht, dass die 39-jährige kaufmännische Angestellte, die nebenbei als Esoterikerin arbeitete, erwürgt wurde. In welcher Beziehung der Tatverdächtige und die Frau zueinander gestanden haben, sei bislang unklar, sagte Kommissariatsleiter Martin Kieczka gestern bei einem Pressegespräch.

Eindeutig sei jedoch, dass das Opfer sich 2007 von Hans Werner Bahr 1200 Euro geliehen und bis zum Zeitpunkt seines Todes nicht zurückgegeben hatte. Das geht aus einer Schuldnervereinbarung hervor, die die Kripo am Tatort entdeckte. Auch der vom Tatverdächtigen geschriebene Zettel – er wurde grafologisch analysiert – weise in diese Richtung. "Das Geld könnte also eine Rolle gespielt haben", sagte Kieczka.

Zuletzt gesehen wurde der mutmaßliche Täter am besagten Tag gegen 20.15 Uhr. Er ging zu Fuß über die Straße Vieringhausen in Richtung Bahnhof Güldenwerth. Vermutlich hat er sich dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Unna-Bönen begeben und sei dort zu der Wohnung einer Bekannten gefahren. Diese fand gegen 23 Uhr in ihrem Briefkasten einen Abschiedsbrief des Remscheiders. Darin kündigte er seinen Selbstmord an. Die Bekannte informierte Bahrs Familie, die ihn bei der Polizei als vermisst meldete. Seit dem 9. August ist der Tatverdächtige, der weitere ernst zu nehmende Abschiedsbriefe hinterlassen hat, spurlos verschwunden.

Die Schallerstraße am Kremenholl. Hier wohnte Beatrix H., die in ihrer Wohnung einem Mord zum Opfer fiel. Foto: RPO

Die Kripo hofft jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung. Hans Werner Bahr ist zirka 1,73 Meter groß und 105 Kilo schwer. Er hat kurzes graues Haar mit beginnender Glatze an Stirn und Kopf. Der 53-jährige Dreher trägt einen Oberlippen- und zeitweise einen Dreitagebart.

Unter der linken Augenbraue hat er ein Muttermal, am linken Unterarm eine dunkle, rote Tätowierung sowie zwischen Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand eine zwei Zentimeter große Narbe. Zuletzt trug der Verdächtige eine schwarze Jeans, ein braunes Hemd und schwarze Westernstiefel. Eventuell führt er eine tarnfarbene Umhängetasche mit sich und ist möglicherweise im Besitz einer Schusswaffe.

Quelle: RP

 
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