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Remscheid: Preisschock an den Tankstellen

VON CRISTINA SEGOVIA BUENDIA - zuletzt aktualisiert: 02.01.2007

Remscheid (RPO). Die Spritpreis-Erhöhung zeigt Wirkung: Weil sich viele Remscheider schon vor Jahreswechsel mit Treibstoff eingedeckt haben, waren gestern die Zapfsäulen verwaist.

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Staat zapft mit

Die aktuelle Spritpreis-Erhöhung wird ausgelöst durch zwei Faktoren. Zum einen wächst die Mehrwertsteuer, zum anderen müssen Diesel und Benzin Biokraftstoffe beigemischt werden, die nicht mehr steuerbegünstigt sind.

Der hohe Benzinpreis wird im Übringen vom Staat verursacht: Er kassiert Mineralöl-, Öko- und Mehrwertsteuer auf den Endpreis. Alles in allem gehen rund 80 Prozent des Benzinpreises an den Staat.

Gähnende Leere herrschte gestern an den Tankstellen Remscheids. Wer clever war, hatte vorgesorgt: Nachdem die Mineralöl-Gesellschaften in der vergangenen Woche zum Jahreswechsel eine Erhöhung der Spritpreise angekündigt hatten, bildeten sich am Sonntag vielerorts lange Schlangen. Schnell noch einmal zu alten Preisen volltanken, das wollten viele Remscheider.

So wie der Auszubildende Toni Abate. Der 21-Jährige fühlt sich „richtig abgezockt“: „Ich muss jeden Tag mindestens 90 Kilometer fahren, und wenn das so weiter geht, muss ich über eine vernünftige Alternative nachdenken“, berichtet er. Ähnlich äußert sich auch die 20-jährige Auszubildende Veronica Navarro: „Ich fahre ungefähr 300 Kilometer im Monat, da lohnt es sich wohl eher, ein Monatsticket für den Bus zu kaufen.“

Ob die Verbraucher aufgrund der erhöhten Benzinpreise tatsächlich auf ihr Auto verzichten, ist allerdings fraglich. Viele halten es so wie die 30-jährige Mariana Ebinger. Sie findet es zwar „nicht so toll“, dass die Benzinpreise wieder erhöht werden. Doch obwohl sie täglich rund 40 Kilometer fahren muss, werde sie trotzdem nicht auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen – aus Bequemlichkeit, gibt die Bürokauffrau zu. Auf Bus und Bahn umzusteigen, das kann sich auch Frank Zwinscher (47) nicht vorstellen. „Ich bin auf das Auto angewiesen“, erklärt der Maschinenarbeiter. Ähnlich geht es Denni Bendorf (27): „Auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, kommt für mich erstmal nicht in Frage“, berichtet der Offset-Drucker.

Schmerzgrenze ist nicht erreicht

Die Schmerzgrenze wurde bei den Verbrauchern offenbar auch mit der aktuellen Preiserhöhung noch nicht erreicht. Für den 22-jährigen Michele Senatore würde sie bei zwei Euro pro Liter liegen. „Dann würde es sich für mich vermutlich nicht mehr lohnen, mit dem Auto zu fahren“, sagt der Elektroinstallateur, der im Monat nach eigenen Angaben rund 5000 Kilometer zurücklegt. Und so nehmen die meisten Autofahrer die Verteuerung murrend hin: „Nur weil die Schuhe teurer werden, kann ich nicht barfuß laufen. Da muss ich mir wohl oder übel die teuren Schuhe kaufen“, sagt Tankstellen-Angestellte Ramona Sekyra.

Sie und ihre Kollegen werden zunächst wohl etwas weniger zu tun haben, doch sie wissen: Irgendwann werden auch diejenigen, die sich noch vor Jahreswechsel eingedeckt haben, wieder zum Zapfhahn greifen. „Vielleicht wird es in den ersten zwei Wochen nach der Preiserhöhung etwas ruhiger sein. Doch wer das Auto braucht, wird irgendwann wieder tanken müssen“ – darin ist sich Tankstellen-Aushilfe Jennifer Felsmüller sicher.

Quelle: RP

 
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